Fünf Arbeitsgruppen

Expertinnen und Experten aus Politik, Wissenschaft und Gesellschaft haben sich anlässlich des IT-Gipfels zu Beratungen über zukunftsweisende Fragestellungen zusammengefunden.

Arbeitsgruppe 1: Digitale Bildungsplattformen: Innovationen im Bildungsbereich

Digital verfügbares Wissen und das kollaborative Arbeiten mit neuen pädagogischen Formaten führt Lehren und Lernen in eine neue Ära. Für Lernende und Lehrende.

Aufgabe

Neben den technischen Implikationen stellt das Lehren und Lernen mit cloud-basierten Angeboten auch unsere hergebrachten pädagogischen Prozesse vor neue Herausforderungen. Die Frage, wie sich die eigene Bildungsbiografie durch den Wissenserwerb aus räumlich und zeitlich unbeschränkt verfügbaren digitalen Angeboten entwickelt, muss sowohl von Bildungsforschern als auch von Lehrkräften, Dozenten, Schülern und Studierenden beantwortet werden.

Denn durch den technisch möglichen unbegrenzten Zugriff auf lexikalisches Wissen und neue, interaktive Formate der Wissensvermittlung werden auch die Verhältnisse zwischen Lernenden und Lehrenden neu justiert. Lernende können mitunter selbst zu Lehrenden werden. Den politischen, technischen und rechtlichen Rahmen dieser Entwicklungen diskutieren die Mitglieder der AG 1 auf dem Nationalen IT-Gipfel in Saarbrücken.

Zwischenergebnisse

Auf dem IT-Gipfel wird die Vision einer Bildungscloud mit ihren vielfältigen Facetten weiter konkretisiert. Um die Potenziale von cloudbasierten Lösungen im Bildungsbereich zu zeigen, konzipiert die AG 1 in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung eine Schulcloud. Diese wird im Rahmen des 10. Nationalen IT-Gipfels in Saarbrücken erstmals vorgestellt.

Mitglieder

Vorsitzende der Arbeitsgruppe sind Bitkom-Vizepräsident Achim Berg und Prof. Dr. Christoph Meinel (HPI). Zahlreiche hochrangige Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft bilden die Arbeitsgruppe.

Arbeitsgruppe 2: Digitale Bildungsstrategien für die berufliche Bildung von Morgen

Digitale Lehr- und Lernangebote werden die Zukunft der beruflichen Ausbildung bestimmen. Expertinnen und Experten erörtern, wie neue Potenziale in der Lehre entfaltet werden können.

Aufgabe

Die Fähigkeiten und Fertigkeiten, die Auszubildende in der beruflichen Bildung erwerben, müssen kontinuierlich mit dem technologischen und ökonomischen Fortschritt in Einklang gebracht werden. Die Lehrpläne und didaktischen Konzepte in der beruflichen Aus- und Weiterbildung sind entsprechend weiterzuentwickeln. Gleichzeitig benötigen Betriebe, Berufsschulen und Berufsbildungsstätten leistungsfähige digitale Geräte, um eine zeitgemäße Ausbildung anbieten zu können. Lehrerinnen und Lehrer müssen beim Erwerb medienpädagogischer Kompetenzen unterstützt werden.

Zwischenergebnisse

Die AG 2 zeigt anhand eines Exponats, wie mit der Nutzung einer digitalen Lernplattform die theoretische Ausbildung auf dem Feld der Gebäudesystemtechnik mit der praktischen Tätigkeit der Installation verknüpft werden kann. Ein wichtiger Aspekt dabei ist die Integration von Inhalten aus Berufsschule, überbetrieblicher Ausbildung und alltäglicher Arbeit.

Darüber hinaus hat die AG im mehrmonatigen Arbeitsprozess Handlungsoptionen für die betriebliche Bildung von morgen identifiziert und diese mit interessierten Akteuren diskutiert. Im Anschluss an den IT-Gipfel sollen diese weiterentwickelt und im Rahmen einer „Roadmap“ mit konkreten Maßnahmen unterlegt werden.

Mitglieder

Die Präsidenten des Bundesinstituts für Berufliche Bildung (BIBB) und des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), Prof. Dr. Friedrich Hubert Esser und Hans Peter Wollseifer, haben den Vorsitz der AG 2 inne. Mit ihnen arbeiten hochrangige Vertreterinnen und Vertreter aus der Wirtschaft.  

Arbeitsgruppe 3: Bessere Bildungs-Chancen durch intelligente Digitalisierungsstrategien 

Youtube statt Bewerbungsmappe? Die AG 3 diskutiert die Chancen digitaler Lernräume für die berufliche Bildung.

Aufgabe

Angesichts eines gewandelten Mediennutzungsverhaltens Jugendlicher und junger Erwachsener steht die duale Berufsausbildung vor der Aufgabe, Schulabgängerinnen und Schulabgänger auf neuen Wegen und mit innovativen Werkzeugen in die Berufswelt zu führen. Die Mitglieder der Arbeitsgruppe 3 diskutieren Herausforderungen und Chancen von „Erklärvideos“ und Tutorials. Während Videos im Netz bisher vornehmlich konsumiert wurden, nutzen Jugendliche sie zunehmend, um aktiv ihre Fähigkeiten darzustellen und auf sich aufmerksam zu machen.

Zwischenergebnisse

Die AG 3 geht der Frage nach, wie informelles Lernen und informell erworbene Kompetenzen als ergänzendes Element beruflicher Handlungsfähigkeit etabliert werden können. Am Beispiel von Erklärvideos (Tutorials) und ihrer Verbreitung über einen Kanal wie YouTube analysiert und diskutiert die AG die duale Berufsausbildung in einer digitalisierten Welt.

In einem digitalen Informations-, Kommunikations- und Bildungsraum können Talentscouting und -entwicklung für Jugendliche ermöglicht und auf eine neue Qualitätsstufe gehoben werden. Ziel ist es, individuelle Ausbildungschancen durch den sinnvollen Einsatz digitaler Medien zu stärken und damit einer digitalen Spaltung (digital divide) entgegenzuwirken.

Mitglieder

Zu den pädagogischen Voraussetzungen und technischen Anforderungen an digitale Tutorials als Brücke in die Berufswelt arbeitet Michael Härtel vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) gemeinsam mit namhaften Experten aus Wissenschaft und beruflicher Praxis.

Arbeitsgruppe 4: Nachwuchsgewinnung im IKT-Bereich stärken

Wie können Jugendliche für die Möglichkeiten digitaler Technologien begeistert werden? Expertinnen und Experten diskutieren, was die Schulen der Zukunft auszeichnen sollte.

Aufgabe

Wer morgen gut ausgebildete Talente für die Informations- und Kommunikationstechnik rekrutieren möchte, muss sie heute in den Schulen qualifizieren – und für die Nutzung digitaler Technologien begeistern. Deswegen müssen in den Bildungseinrichtungen die passenden Rahmenbedingungen für zeitgemäßes Lernen geschaffen werden. Erforderlich dafür sind digital gestützte Lehr- und Lernverfahren. Außerdem sollen auch Einrichtungen der Erwachsenenbildung für die Anforderungen des digitalen Wandels fit gemacht werden. Denn durch lebenslanges Lernen können sich die Potenziale digitaler Bildung zusätzlich entfalten. 

Zwischenergebnisse

Wie gelingt Schule in der digitalen Welt? Wie lernen Schülerinnen und Schüler digital, wenn die technische Infrastruktur und die didaktischen Rahmenbedingungen stimmen? Diese Fragen haben die AG 4 dazu bewogen, die erste Smart School in Deutschland ins Leben zu rufen.

Passend zum Austragungsort des IT-Gipfels 2016 wird die Gemeinschaftsschule Saarbrücken-Bellevue sowohl mit der notwendigen digitalen Infrastruktur ausgerüstet als auch in deren Einbindung unterstützt. Ein zentrales Element hierbei ist die Fortbildung des Lehrpersonals.

Das Projekt erstreckt sich über einen Zeitraum von fünf Jahren.

Mitglieder

An der Spitze der Arbeitsgruppe 4 stehen der Präsident des BVMW, Mario Ohoven, und Bitkom-Geschäftsführer Dr. Joachim Bühler. Mit ihnen erarbeiten Vertreterinnen und Vertreter der deutschen Wirtschaft und Wissenschaft.

Arbeitsgruppe 5: Intelligente und effiziente Nutzung von Open Data in Wissenschaft/Forschung und Wirtschaft

Forscherinnen, Forscher und Entrepreneure diskutieren die Chancen und Voraussetzungen für die Nutzung großer Datenmengen in Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft.

Aufgabe

Wissen teilen, um es zu vermehren und in technologischen Fortschritt zu verwandeln – nie war dieser Schritt technisch so einfach und gesellschaftlich so notwendig wie in Zeiten der Digitalisierung. In der AG 5 werden die Implikationen des digitalen Wandels für die wissenschaftliche Arbeit mit großen Datenmengen diskutiert. Die Mitglieder beschäftigen sich auf Grundlage eigener Erfahrungen und Expertise mit der Frage, wie die stetig zunehmende Verfügbarkeit und Menge offener Daten die transdisziplinäre Arbeit an wissenschaftlichen Fragestellungen verändert und wie dieser digitale Wandel konstruktiv gestaltet werden kann.

Zwischenergebnisse

Die AG 5 will dazu beitragen, die datenintensiven Wissenschaften, Informationsinfrastrukturen und eine wachsende Entrepreneur-Szene besser zu vernetzen und so das Potenzial, das in offenen Daten liegt, noch besser zu nutzen. Die Aktivitäten im Vorfeld des IT-Gipfels sollen dazu beitragen, die dafür relevanten Akteure aus Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft zusammenzuführen, Umdenkprozesse anzustoßen und offene Fragen zu klären.

Es gilt, weiteren Forscherinnen, Forschern und Lehrenden die Möglichkeit zu geben von Open Data zu profitieren. Der AG 5 stehen Good-practice-Beispiele aus der Linguistik, der Materialwissenschaft und der Altertumskunde zur Verfügung. Diese Forschungsprojekte zeigen, wie der Nutzen von Open Data für Wissenschaft und Forschung bereits heute in der deutschsprachigen Community angewandt wird.

Mitglieder

Die Arbeitsgruppe 5 wird geleitet von Dr. h. c. Peter Wittenburg von der Max Planck Computing and Data Facility. Neben dem studierten Linguisten ergänzen ein knappes Dutzend weiterer Akteure von namhaften Universitäten und Forschungseinrichtungen die Debatten in dieser Arbeitsgruppe.