Arbeitswelten 4.0: Wie gestaltet sich die Mensch-Technik-Interaktion in der Zukunft?

Wie arbeiten wir in der Zukunft? Welche Rolle spielen Wissenschaft und Forschung bei der Gestaltung neuer Arbeitswelten? Was ändert sich, wenn Mensch, Roboter und Künstliche Intelligenz zusammen arbeiten?

Mensch-Maschine-Interaktion

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Am 29. Januar 2018 fand in Berlin als Teil des neuen Wissenschaftsjahres die Konferenz „Mensch-Computer Interaktion: Arbeitswelten der Zukunft gestalten“ statt. Die Veranstaltung vereinte verschiedene Perspektiven aus der Wissenschaft und Praxis zu den Veränderungen von Arbeit, etwa durch Virtual und Augmented Reality, Ubiquitous Computing oder Robotik. Der Tenor der Veranstaltung war einstimmig: Technologien können den Menschen zukünftig bei der Durchführung komplexer oder gefährlicher Tätigkeiten sinnvoll unterstützen.

Das Wissenschaftsjahr 2018 „Arbeitswelten der Zukunft“ wird sich insbesondere damit beschäftigen, wie Menschen in der Zukunft arbeiten werden, wie sie sich den neuen Herausforderungen stellen und die Chancen, die ihnen durch digitale und KI Technologien geboten werden, ergreifen können. Digitalisierung, technische Assistenzsysteme und auch Roboter bieten viele Potenziale für die Beschäftigten der Zukunft.

Gestaltung neuer Arbeitswelten

Auf Einladung der Gesellschaft für Informatik gingen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Frage nach, wie die Menschen in Zukunft arbeiten und welche Rolle Wissenschaft und Forschung bei der Gestaltung eben dieser neuen Arbeitswelten spielen können. Einig waren sich die Vortragenden in dem Punkt, dass der Mensch auch bei zunehmender Digitalisierung und Einsatz von neuen Technologien weiterhin im Mittelpunkt stehen wird. Aber dafür ist in Wissenschaft und Gesellschaft ein Umdenken notwendig. Es braucht neue Ideen wie Arbeitsplätze gestaltet und Kompetenzen von Arbeiternehmerinnen und -nehmern gefördert werden können. Digitale und intelligente Technologien wurden in kurzen Impulsvorträgen dabei durchweg als Chance für die Gestaltung von Arbeitswelten betrachtet und im anschließenden Podium vor allem die Möglichkeiten der Kooperation von Mensch und Technik in der Zukunft diskutiert.

Herr Federrath (Präsident der GI)

Hannes Federrath (Präsident der Gesellschaft für Informatik)

Gesellschaft für Informatik

Publikum des MCI-Symposiums

Publikum des MCI-Symposiums

Gesellschaft für Informatik

Podium des MCI-Symposiums

Podium des MCI-Symposiums

Gesellschaft für Informatik

Neben zahlreichen Vertretern der Wissenschaft, wie GI-Präsident Prof. Hannes Federrath von der Universität Hamburg, Prof. Dr. Volker Wulf von der Universität Siegen und des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Informationstechnik (FIT) sowie Prof. Dr. Svenja Falk von Accenture Research, sprach auch Dr. Otto Fritz Bode, BMBF, Leiter der Projektgruppe zum  Wissenschaftsjahr und des Referats „Produktion und Dienstleistung, Zukunft der Arbeit. Der Referatsleiter sieht positiv in die Zukunft: „Der Mensch bleibt der Hauptfaktor der Wertschöpfung, auch wenn sich die Technologien um ihn wandeln.“ Das Ministerium möchte die Wissenschaft und Wirtschaft unterstützen sowie ermutigen, sich dem Themenfeld „Arbeitswelten der Zukunft“ zu widmen.

Künstliche Intelligenz im Arbeitsprozess

Für Prof. Dr. Michael Koch, Sprecher des Fachbereiches Mensch-Computer-Interaktion der Gesellschaft für Informatik, thematisierte vor allem die Gestaltung von Benutzerschnittstellen zwischen Mensch und Technik. KI ist eine Unterstützung für den Menschen und seine Arbeitsprozesse. Das bringe zwar neue Anforderungen mit sich, aber auch Flexibilisierung und Kreativität in die Welt der Beschäftigten. „Wir müssen Systeme für die Zukunft bauen und darin die digitale und die menschliche Welt sinnvoll verknüpfen“, so der MCI-Experte. Die Lösung für diese Herausforderung besteht für ihn in interdisziplinärer Forschung und dem ständigen Transfer zwischen Wissenschaft und Praxis.

Ausgestaltung künftiger Arbeitsräume

Prof. Dr. Volker Wulf von der Universität Siegen teilte in seinem Impuls die Auffassung zur interdisziplinären Zusammenarbeit und zeigte ganz anschaulich, wie die Einführung von neuen (digitalen) Technologien in kleinen und mittelständischen Unternehmen aussehen kann. Partizipative und agile Technikgestaltung spielen dabei eine Schlüsselrolle.

Im letzten Impulsvortrag von Prof. Dr. Svenja Falk von Accenture Research wurde der Fokus auf die Kompetenzen in der neuen Arbeitswelt gelegt: Laut der Expertin muss zunächst sichergestellt werden, welche Kompetenzen im Unternehmen vorhanden sind. Aufbauend auf diesem Wissen können zielgerichtet Weiterbildungen angeboten werden, die die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fit für die digitale Zukunft machen.