Aufbau der European Open Science Cloud

Die EU-Forschungsminister unterstützen die Erklärung zur European Open Science Cloud und läuten die Implementierungsphase ein. Damit ist ein wichtiger Zwischenschritt auf dem Weg zu europaweit nutzbaren Forschungsdaten, wissenschaftlichen Diensten und Publikation gemacht.

Globale Netzwerke
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Die Entwicklung der Europäischen Cloud für offene Wissenschaften (European Open Science Cloud - EOSC) hat zum Ende der gut zweijährigen Pilotphase und während der deutschen EU-Ratspräsidentschaft entscheidende Fortschritte gemacht. Dies wurde während der Video-Konferenz der EU-Forschungsministerinnen und -minister am 27. November deutlich, nachdem Ministerin Karliczek eine Erklärung „Opening the Doors to a World of FAIR research digital objects“ zu Fortschritten und nächsten Schritten des EOSC-Aufbaus präsentiert hatte.

Die European Open Science Cloud hat zum Ziel, Forschungsdaten, zugehörige Dienste und wissenschaftliche Publikationen leichter auffindbar und nutzbar zu machen. Damit werden die Überprüfbarkeit von Forschungsergebnissen gewährleistet, die Weiternutzung von Daten ermöglicht und Forschungsprozesse beschleunigt, kurz: Forschung wird schneller und besser. Das zeigt sich schon heute an der EU-COVID19-Datenplattform, die als Anwendungsfall der EOSC entwickelt wurde und über die Forschungsdaten zur Corona-Pandemie verbunden und ausgetauscht werden.

Daten, die FAIR sind, also wiederauffindbar, zugänglich, interoperabel und weiterverwendbar (englisch: Findable, Accessible, Interoperable, Reusable) sind ein Kernbestandteil der EOSC. Die FAIR-Prinzipien und weitere Standards und Regeln wurden in der EOSC-Pilotphase entwickelt und werden nun implementiert. Diesen Prozess zu steuern, ist unter anderem eine Aufgabe der neu gegründeten EOSC-Association, an der sich Wissenschaftsorganisationen aus ganz Europa beteiligen können.

Ab 2021 wird die EOSC als strategische Partnerschaft aus dem Forschungsrahmenprogramm Horizont Europa unterstützt. Unmittelbare Partner sind dabei die Europäische Kommission und die EOSC-Association. Aber auch die Mitgliedsstaaten und assoziierten Staaten sind weiterhin an der EOSC beteiligt: Sie tragen durch den Aufbau nationaler Forschungsdateninfrastrukturen und Maßnahmen zur Förderung von Open Science dazu bei, dass die EOSC europaweit genutzt und nationale Forschungsdaten eingebunden werden. Zudem begleiten sie die EOSC auf strategischer Ebene. Die EOSC ist ein gelungenes Beispiel für die Weiterentwicklung des Europäischen Forschungsraums (EFR) und hat damit einen wichtigen Impuls im Rahmen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr 2020 gesetzt.

Von deutscher Seite ist die Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) ein zentraler Beitrag zur Europäischen Cloud für offene Wissenschaft. Für den Erfolg und die Attraktivität der EOSC ist es aber ebenso wichtig, dass die deutsche Wissenschaftslandschaft in der Breite gut vertreten ist.