„BAföG Digital“ – Antrag stellen leichtgemacht

Mit ‚BAföG Digital‘ kommt die Studienfinanzierung in der digitalen Zukunft an. Mit dem neuen digitalen Antragsassistenten ist das Beantragen von BAföG ab Sommer 2021 bundesweit einfach und digital möglich.

Studenten am Laptop

Der digitale Antragsassistent "BAföG Digital" begeistert.

Adobe Stock / Antonioguillem


Im Oktober 2020 ist „BAföG Digital“ als Pilotprojekt gestartet und seit Ende April mit 22.000 Anträgen erfolgreich abgeschlossen. Bis zum Sommer wird die Online-Antragstellung für BAföG in allen Bundesländern möglich sein.

In der 6-monatigen Testphase konnten Schülerinnen und Schüler sowie Studierende in den vier Bundesländern Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz, Berlin, Hessen und Nordrhein-Westfalen sogenannte BAföG-Leistungen (Bundesausbildungsförderungsgesetz) über den neuen digitalen Antragsassistenten beantragen.

Ab sofort ist der Online-Antrag auch in Hamburg verfügbar, im Mai schließen sich mit Brandenburg, Thüringen und Saarland drei weitere Länder an. In allen anderen Bundesländern erfolgt die Einführung des neuen Online-Tools sukzessive bis zum Sommer.

BAföG beantragen: einfach und online

Digitalisierung eröffnet nicht nur neue Möglichkeiten für das Lernen, sondern vereinfacht auch notwendige Verwaltungsformalitäten. „Vielen jungen Menschen gibt das BAföG die Möglichkeit, ein Studium aufzunehmen“, so Bundesbildungsministerin Anja Karliczek. „Damit sichert das BAföG gerade jetzt, in der aufgrund der Pandemie angespannten Wirtschaftslage, vielen jungen Menschen verlässlich den Zugang zu Bildung. Ich freue mich deshalb, dass wir mit „BAföG Digital“ den Zugang zu dieser wichtigen Leistung konsequent weiter vereinfachen können.“

Übersichtlich, dynamisch, datenschutzkonform

Der digitale BAföG-Antrag ist übersichtlich und datensparsam gestaltet, alle relevanten Formblätter werden über einen Konfigurator zu einem Antrag zusammengefügt. Da das Formular dynamisch ist, müssen nur relevante Fragen ausgefüllt werden. Nachweise können auch zu einem späteren Zeitpunkt hochgeladen werden, außerdem können die Antragstellenden den Status ihres Antrags online mitverfolgen. Für die Sicherheit ist gesorgt: über ein Nutzerkonto erfolgt die Authentifizierung über den elektronischen Personalausweis und die AusweisApp2.

Verwaltung wird digital – das Online-Zugangs-Gesetz (OZG)

Das Projekt ist Teil des gemeinsamen Vorhabens von Bund, Ländern und Kommunen, alle wesentlichen Behördengänge bis Ende 2022 digital zu ermöglichen – so wie es das OZG vorsieht. Ziel ist es unter anderem, dass Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen online für jedes Anliegen im Schnitt nur noch halb so viel Zeit benötigen wie offline.

Federführend auf Länderebene hat Sachsen-Anhalt mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) den Antragsassistenten entwickelt und den übrigen Bundesländern entsprechend dem Prinzip „Einer für Alle“ zur Verfügung gestellt.
 

Onlinezugangs-Gesetz (OZG)

Das Gesetz zur Verbesserung des Onlinezugangs zu Verwaltungsleistungen (OZG) verpflichtet Bund, Länder und Kommunen, bis Ende 2022 ihre Verwaltungsleistungen über Verwaltungsportale auch digital anzubieten. Insgesamt wurden knapp 600 zu digitalisierende Verwaltungsleistungen identifiziert. Ziel ist, dass die Interaktion zwischen Bürgerinnen und Bürgern sowie Unternehmen mit der Verwaltung schneller, effizienter und nutzerfreundlicher wird.


„BAföG Digital“ entstand agil im Digitalisierungslabor

Der BAföG-Online-Antrag wurde in einem Digitalisierungslabor mit einem nutzerzentrierten Ansatz erarbeitet. Digitalisierungslabore sind eine neue, innovative Methode, mit der nutzerfreundliche Online-Lösungen für die Verwaltungsleistungen im föderalen Digitalisierungsprogramm erarbeitet werden. Im Digitalisierungslabor arbeiten interaktive Teams agil an der Entwicklung einer zielgruppenorientierten Online-Anwendung. Sie finden im Zuge der Themenfeldarbeit in jedem Land statt.

Finanzierung von Betrieb und Weiterentwicklung

Aus dem Konjunkturpaket stellt der Bund bis Ende 2022 zusätzliche Finanzmittel für die Weiterentwicklung und flächendeckende Verfügbarkeit von „BAföG Digital“ bereit. Damit werden die Länder gezielt entlastet. Die beteiligten Länder teilen sich ab 2023 die Kosten, um den Dienst zu betreiben und weiterzuentwickeln. Das BMBF finanziert den First-Level-Support in Form einer Hotline. Der Betrieb des Online-Antrags erfolgt für alle Länder beim IT-Dienstleister Dataport (AöR) im Land Sachsen-Anhalt.