Bitkom Bildungskonferenz 2021

Am 28. und 29. April fand die Bitkom Bildungskonferenz 2021 statt. Dabei standen Chancen und Herausforderungen für die digitale Bildung im Vordergrund. Die Themen reichten von Digitalkompetenzen über den Bildungsförderalismus, bis hin zu Smart Schools.

Bitkom Bildungskonferenz 2021

Adobe Stock / MNStudio

Die Corona-Pandemie hat verdeutlicht, wie dringend Veränderungen im Bildungssektor vor dem Hintergrund des digitalen Wandels sind. Nicht nur Schulen müssen digitales Lernen und ein sicheres virtuelles Klassenzimmer ermöglichen, auch auf dem weiteren Bildungs- und Berufsweg nehmen digitale Kompetenzen und Weiterbildungen eine immer wichtigere Rolle ein. Auf der digitalen Bitkom Bildungskonferenz 2021 diskutierten zahlreiche hochrangige Expertinnen und Experten zu Themen der digitalen Bildung.

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek eröffnete die Veranstaltung und sprach von einem Schub der Digitalisierung, der durch die Pandemie aus der Not heraus erfolgte. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat bereits vor der Pandemie 5 Milliarden Euro Bundesmittel bereitgestellt und hat schnell auf die Pandemie reagiert und drei weitere Pakete geschnürt. Weitere 1,5 Milliarden Euro konnten dadurch für digitale Endgeräte und die Administration digitaler Infrastrukturen an Schulen bereitgestellt werden. Karliczek verwies auf zahlreiche erfolgreiche Initiativen von Schulen wie die Schul-Clouds und betonte, dass digitale Bildung in Zukunft so selbstverständlich sein werde wie Lesen und Schreiben.

In den Panels wurden aktuelle Themen angeregt diskutiert

Die Bitkom Bildungskonferenz fand ausschließlich digital statt. Interaktive Panels, Vorträge, Roundtables und Pitches luden in verschiedenen Räumen zum Mitmachen ein. Zuhörerinnen und Zuhörern bot sich so die Möglichkeit anhand der eigenen thematischen und professionellen Interessen Formate auszusuchen. Im Panel Lernkultur der Zukunft diskutierten die Panelisten die Bedeutung von stabiler Infrastruktur und digitaler Kompetenzen für die schulische Bildung. Daneben wurde auch auf die großen Herausforderungen für die Schulen verwiesen und die nach wie vor große Bedeutung des Präsenzunterrichts betont. Weiterhin fanden Round Tables zu Schul-WLAN und digitaler Transformation sowie Kompetenzentwicklung statt. Im Panel „Plattformen, Lernstoff und Co.“ wurde dann umfassend über die Anforderungen, den Nutzen und die Interoperabilität von Lernplattformen diskutiert.

Dass vor allem junge Frauen nach wie vor unterrepräsentiert im MINT-Bereich sind, zeigte das Panel „Diversity meets Digitalisation“. Lediglich 17 Prozent der Fachkräfte in Digitalberufen sind weiblich. Die Panelisten diskutierten Möglichkeiten das MINT-Interesse zu steigern, indem etwa Querschnittsfächer wie Nachhaltigkeit, Umwelttechnologien, Dekarbonisierung oder soziale Auswirkungen der Digitalisierung gestärkt oder Schüler-Praktika erleichtert werden.

20 neue Smart Schools und Policy Pitch

Zum Abschluss des ersten Konferenztags zeichneten Dorothee Bär, Staatsministerin für Digitalisierung, und Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer des Bitkom, zwanzig neue Smart Schools aus. Zwei der Schulen präsentierten ihre Ergebnisse im Anschluss. Insgesamt hat der Bitkom damit bereits 81 Smart Schools in Deutschland ausgezeichnet. Von Grundschule und Gymnasium bis zur Berufsschule sind Smart Schools digitale Vorreiterschulen und stützen sich auf drei Säulen: digitale Infrastruktur, digitale pädagogische Konzepte und Lehrinhalte sowie digitalkompetente, entsprechend qualifizierte Lehrkräfte.

Besonders angeregt diskutiert wurde im Panel „Datenschutz: Fluch oder Segen im Klassenzimmer?“ Während von Seiten der Lehrkräfte teilweise ein pragmatischerer Umgang mit der Anwendung digitaler Technologien gefordert wird, um die Schülerinnen und Schüler niedrigschwellig zu erreichen, stehen die Datenschutzbehörden vor der Herausforderung eine saubere Rechtslage in einem sich dynamisch entwickelnden Themenfeld zu erarbeiten. Zum Abschluss der Bildungskonferenz wurden dann noch Vertreterinnen und Vertreter der großen Parteien geben, in drei-minütigen „Policy Pitches“ ihre jeweilige Position zu Bildung und Digitalisierung darzustellen. Dabei zeigte sich, dass alle Parteien der digitalen Bildung eine sehr große Bedeutung für die Zukunft beimessen.