Das Deutsche Internet-Institut

Wie wird der digitale Wandel Gesellschaft, Politik und Wirtschaft verändern? Mit diesen und vielen anderen Fragen zur Digitalisierung beschäftigt sich künftig das Deutsche Internet-Institut.

Thinkstock

Thinkstock

Im September 2015 gab das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit der Veröffentlichung einer Förderbekanntmachung den Startschuss für die Errichtung eines Deutschen Internet-Instituts. In der ersten Auswahlrunde wurden unter Beteiligung eines Expertengremiums aus den eingereichten Skizzen fünf Vorschläge zur weiteren Ausarbeitung ausgewählt. Anfang März 2017 haben alle fünf Antragsteller ihre konkretisierten und weiterentwickelten Konzepte vorgelegt. Nach eingehender Prüfung der Konzepte entscheidet das BMBF im späten Frühjahr 2017 unter Beteiligung der internationalen und nationalen Expertinnen und Experten, welches Konzept das Beste ist. Das BMBF stellt für den Aufbau des Deutschen Internet-Instituts in den ersten fünf Jahren bis zu 50 Millionen Euro bereit.

Die Entscheidung für die Einrichtung des Instituts geht zurück auf den Koalitionsvertrag und die „Digitale Agenda 2014–2017“ der Bundesregierung. Dort heißt es: „Ein öffentlich finanziertes Forschungsinstitut wird in einem interdisziplinären Ansatz die ethischen, rechtlichen, wirtschaftlichen und partizipativen Aspekte von Internet und Digitalisierung erforschen. Dabei gilt es, die bestehenden Potenziale der deutschen Forschungslandschaft einzubinden und zu fokussieren.“

Den digitalen Wandel umfassend erforschen

Ziel des geplanten Instituts ist es, die Digitalisierung besser zu verstehen und sie zum Wohle der Gesellschaft nutzbar zu machen. Gesellschaftliche, rechtliche und politische Aspekte der Digitalisierung sollen auf Grundlage eines profunden Verständnisses der technologischen Entwicklungen interdisziplinär erforscht werden.

Der Umgang mit neuen rechtlichen und wirtschaftlichen Gestaltungsmöglichkeiten wird ebenso eine Rolle spielen wie Fragen zur Zukunft der Wertschöpfung, die sich aufgrund der Flexibilisierung von Wertschöpfungsnetzwerken und der Interaktion Mensch-Technologie ergeben. Die Bedeutung der Digitalisierung für die Gesellschaft – von der „digitalen Alphabetisierung“ bis hin zum Demokratieverständnis – sowie die Auswirkungen von Big Data auf Datensicherheit und Datenautonomie stehen ebenfalls auf dem Plan. Diesen und anderen Themen sollen sich Forscherinnen und Forscher verschiedener Fachrichtungen aus den Gesellschaftswissenschaften – insbesondere der Sozial- und Geisteswissenschaften, Rechts- und Wirtschaftswissenschaften – widmen und an übergreifenden Fragestellungen zusammenarbeiten. Ziel ist es, Synergien zwischen bestehenden Akteuren zu verstärken und optimal zu nutzen.

Ein Institut – viele Funktionen

Das neue Institut soll als Themenradar und Impulsgeber, als Vernetzungsstelle, Koordinator und Kommunikator, Berater und Unterstützer, Informations- und Anlaufstelle wirken. Es soll in regelmäßigen Abständen zur Qualitätssicherung evaluiert werden.