Data Literacy – Mehr Datenkompetenz für Studierende

Wie gestalten wir die Zukunft der Hochschulbildung?, fragt die Themenwoche „Shaping the Digital Turn“. Mit dem Förderprogramm „Data Literacy Education“ soll mehr Datenkompetenz für Studierende geschaffen werden. Die drei Gewinner stehen fest.

Gewinner beim Future Skills Tag

Die Gewinnerinnen und Gewinner des Förderprogramms "Data Literacy Education"

David Ausserhofer/Stifterverband

Vom 21. bis 28. September 2018 veranstaltete das Hochschulforum Digitalisierung in Berlin die Themenwoche „Shaping the Digital Turn“. Dabei wurden unterschiedliche Projekte rund um die Hochschulbildung im digitalen Zeitalter vorgestellt. Im Fokus stand die Frage „Wie gestalten wir die Zukunft der Hochschulbildung?“ In offenen Konferenzen, Netzwerktreffen, Barcamps und im Rahmen eines Hackathons stellten Akteure aus Wirtschaft und Bildung spannende Ansätze zur Beantwortung der Frage vor und diskutierten diese mit dem interessierten Publikum. Die Themenwoche fand ihren Ausklang mit dem Future-Skills-Tag. Um Studierende fit für die digitale Zukunft zu machen, wurde das Förderprogramm “Data Literacy Education” vom Stifterverband und der Heinz Nixdorf Stiftung ins Leben gerufen.

Datenkompetenzen für Studierende

Data Literacy beschreibt die Fähigkeit, Daten zu erfassen, kritisch zu bewerten und im Kontext bewusst einzusetzen. Nach Ansicht des Stifterverbands wird diese Fähigkeit bisher noch nicht ausreichend an Studierende aller Fächer vermittelt. Mit dem Förderprogramm „Data Literacy Education“ sollen Studierende deutscher Hochschulen Kompetenzen im Umgang mit Daten erwerben, um gut vorbereitet in die Arbeitswelt oder in die Karriere in der Wissenschaft zu starten.

Die Universität Berkeley macht es vor

Internationale Vorbilder für die institutionelle Vermittlung von Data Literacy sind beispielsweise das Data Science Education Program der US-amerikanischen Universität Berkeley. Die Berkeley-Universität bietet ihren Studierenden bereits im ersten Semester freiwillige Seminare zum Erwerb von Datenkompetenz an. Studierende aller Fächer sind eingeladen an den Seminaren teilzunehmen, um eine fachübergreifende Datenkompetenz zu erwerben. Dieser Ansatz ist sehr erfolgreich und wird von den Studierenden hervorragend angenommen. Ein weiterer positiver Aspekt dieses Ansatzes ist der fächerübergreifende Austausch zwischen den Lehrenden. Sie entwickeln gemeinsam Konzepte, um den Studierenden Datenkompetenz zu vermitteln.

Nach diesem Vorbild riefen der Stifterverband und die Heinz Nixdorf Stiftung Hochschulen auf, sich bis zum 14. Juni 2018 mit Konzepten zur Vermittlung von Datenkompetenzen für das Programm „Data Literacy Education“ zu bewerben. Aus 47 Bewerbern wurden acht Hochschulen zur finalen öffentlichen Auswahlsitzung eingeladen.

Die drei geförderten Hochschulen

Auf dem Future-Skills-Tag präsentierten die acht Hochschulen aus der Vorauswahl ihre Lehr- und Lernkonzepte für Data Literacy öffentlich. In Vorträgen und Postersessions stellten sie sich den Fragen der international besetzten Jury, der unter anderem Prof. Dr. Cathryn Carson, die Schirmherrin des Data Literacy-Programms in Berkeley, angehört. In der Live-Jurysitzung am Nachmittag wurden drei Hochschulen von den Expertinnen und Experten gekürt:

  • Georg-August-Universität Göttingen 
  • Leuphana Universität Lüneburg
  • Hochschule Mannheim

Diese drei Hochschulen überzeugten die Jury mit ihren Konzepten zu Data Literacy und erhalten eine Förderung in Höhe von jeweils 250.000 Euro.