Datenstrategie der Bundesregierung

Mit der Verabschiedung der Datenstrategie stellt die Bundesregierung wichtige Weichen für die digitale Zukunft. Das BMBF hat entscheidende Impulse für Forschung und Wissenschaft, Bildung und Gesellschaft beigetragen – für Datenaustausch, Datenkompetenz und Datenkultur.

Open Data
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Heute hat das Bundeskabinett die Datenstrategie der Bundesregierung verabschiedet. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) setzt darin entscheidende Impulse für eine innovative und souveräne Datenpolitik und Datenkultur in Forschung und Wissenschaft, Bildung und Gesellschaft. Die Datenstrategie verfolgt das Ziel, die Potentiale von Daten für das Innovationsland Deutschland besser zu nutzen und die Datenkompetenz zu stärken.

Daten sind ein elementarer Schlüssel für das Innovationsland Deutschland

„Daten sind im digitalen Zeitalter ein elementarer Schlüssel für die Zukunft des Innovationslandes Deutschland“, erklärt dazu Bundesforschungsministerin Anja Karliczek. „Die Verknüpfung von Daten aus unterschiedlichen Quellen ermöglicht neuartige Erkenntnisse und Innovationen. Sie ist Grundlage für neue Technologien, Wertschöpfungsketten und Geschäftsmodelle. Für eine erfolgreiche digitale Zukunft müssen wir dieses Potential bestmöglich ausschöpfen.“

Ziel der Datenstrategie der Bundesregierung sowie des BMBF ist es, den größtmöglichen Nutzen aus Daten ziehen zu können. Dazu müssen diese Daten qualitätsgesichert sein. „Eine vertrauenswürdige und sichere Bereitstellung qualitativ hochwertiger Daten aus Bildung und Forschung ist deshalb ein wesentlicher Teil unserer technologischen Souveränität und Grundlage einer selbstbestimmten Gestaltung unserer digitalen Zukunft“, sagt Bundesforschungsministerin Karliczek.  

Daten sind ein kostbares Gut auf dem Weg in eine digitale Zukunft

Die Datenstrategie der Bundesregierung leistet dafür einen wertvollen Beitrag. Sie stärkt die Datensouveränität, Datenkompetenz und Dateninfrastrukturen in der deutschen und europäischen Bildungs- und Forschungslandschaft. Das BMBF ist mit über 70 Maßnahmen ein zentraler Akteur bei der Umsetzung dieser Strategie. Darüber hinaus werden in den nächsten Jahren Initiativen aus dem Forschungsbereich High Performance Computing und Quantentechnologien vorangetrieben.

Vernetzung und Datenschutz werden im Rahmen eines Forschungsnetzwerkes zur Anonymisierung gestärkt und gefördert. Ein weiteres Ziel der Datenstrategie ist es, die Datenkompetenz in der breiten Bevölkerung, der Wirtschaft und Wissenschaft deutlich zu erhöhen. Dazu hat das BMBF die Nationale Digitale Bildungsoffensive ins Leben gerufen, um Lehr- und Lernangebote zu zentralen Themen der Digitalisierung auszuweiten und zu bündeln. Dadurch sollen vor allem Schülerinnen und Schüler lernen und kritisch hinterfragen können, wie Daten erhoben, verarbeitet, ausgewertet und genutzt werden.

Mit der Datenstrategie der Bundesregierung ist der Weg in eine digitale Datenkultur beschritten, sagt Bundesforschungsministerin Karlicek: „Wir wollen eine Kultur des Teilens und Nachnutzens in Bildung, Wissenschaft und Forschung ermöglichen, welche auf Vernetzung, Sicherheit und Innovation abzielt. Daten sind ein kostbares Gut. Mit dem heutigen Tag fangen wir an, sie noch besser für uns zu nutzen“.

Hintergrund

Auf Grundlage der Datenstrategie der Bundesregierung sollen die innovative und verantwortungsvolle Datenbereitstellung und Datennutzung insbesondere in Deutschland und Europa signifikant erhöht werden.
Für eine moderne und sichere Datenpolitik in Wissenschaft, Forschung, Bildung und darüber hinaus hat das BMBF folgende Initiativen und Maßnahmen auf den Weg gebracht:

GAIA-X

Mit GAIA-X wird ein sicheres europäisches Daten- und Infrastrukturökosystem entwickelt, das den höchsten Anforderungen an digitaler Souveränität genügt und in dem Daten sicher und vertrauensvoll verfügbar gemacht, zusammengeführt und geteilt werden können. Ein Ziel der vernetzten Dateninfrastruktur ist, einen sicheren europäischen Raum für die Datenspeicherung und –verarbeitung zu schaffen. GAIA-X soll dazu beitragen, Europa ein Stück weit unabhängiger zu machen und die technologische Souveränität im Umgang mit den Daten von Bürgerinnen und Bürgern sowie Unternehmen zu stärken.

Nationale Forschungsdateninfrastruktur

Die Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) hat das Ziel, Datenbestände von Wissenschaft und Forschung systematisch zu erschließen, nachhaltig zu sichern und zugänglich zu machen sowie (inter-)national zu vernetzen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler profitieren bereits jetzt von dem digitalen Wissensspeicher.

Aktionsplan Forschungsdaten

Der Aktionsplan Forschungsdaten des BMBF bündelt Aktivitäten und Vorhaben mit dem Ziel, eine Kultur des Teilens und Nachnutzens von Forschungsdaten zu schaffen. Der Aktionsplan berücksichtigt dabei neben den benötigten Strukturen auch die Notwendigkeit zu Standardisierungen im Umgang mit Forschungsdaten und der Kompetenzförderung in Wissenschaft, Wirtschaft und Technologie.

Forschungsklauseln

Der Zugang zu wichtigen Datenbeständen und -verknüpfungen ist für die Wissenschaft von zentraler Bedeutung. Das BMBF wird daher bei neuen Gesetzgebungsvorhaben künftig prüfen, in welchem Umfang forschungsfreundliche, barrierefreie Zugangsregeln (sog. Forschungsklauseln) für die unabhängige wissenschaftliche Forschung geschaffen werden können.

Datentreuhandmodelle

Mit der Förderung von Datentreuhandmodellen erprobt und entwickelt das BMBF Verfahren für einen sicheren und vertrauensvollen Datenaustausch in Forschung und Wirtschaft. Ziel ist es, das gesellschaftliche Innovationspotenzial durch die Einbeziehung der Wissenschaft in Datentreuhandmodelle zu erschließen und neue Formen des Datenteilens zu entwickeln.