Die Digitale Agenda der Bundesregierung – Handlungsrahmen für die digitale Transformation in Deutschland

Die Bundesregierung hat im August 2014 ihre Digitale Agenda 2014-2017 vorgelegt. Handlungsfeld 5, das federführend vom BMBF verantwortet wird, widmet sich den wichtigen Bereichen Bildung, Forschung und Wissenschaft.

Shutterstock

Shutterstock

Als ressortübergreifende Strategie adressiert die Digitale Agenda 2014–2017 verschiedene Aspekte der Digitalisierung – vom Breitbandausbau über die Digitalisierung der Arbeitswelt bis hin zum Thema IT-Sicherheit. Den Bereichen Bildung, Wissenschaft und Forschung kommt in der Digitalen Agenda eine besondere Rolle zu. Sie sind nicht nur wichtige Einsatzfelder neuer digitaler Nutzungsmöglichkeiten, sondern auch maßgebliche Treiber der weiteren digitalen Entwicklung sowie zentrale Hebel, um die Potenziale der Digitalisierung für Gesellschaft und Wirtschaft zu erschließen.

Die Chancen der Digitalisierung optimal nutzen

Im Handlungsfeld 5 ist das zentrale Ziel formuliert, die großen Chancen der dynamisch fortschreitenden Digitalisierung für mehr Bildungsgerechtigkeit, für eine exzellente Wissenschaft und Forschung sowie für mehr Wachstum und Beschäftigung zu nutzen. Dafür wurden folgende Aufgabenbereiche definiert:

  1. Digitalen Wandel in der Wissenschaft forcieren: Wissenschaftliche Informationsinfrastrukturen werden gestärkt, ausgebaut und besser vernetzt.
  2. Zugang zu Wissen als Grundlage für Innovation sichern: Die Rahmenbedingungen für einen ungehinderten Informationsfluss, insbesondere in der Wissenschaft, sollen verbessert werden.
  3. Bildungsoffensive für die digitale Wissensgesellschaft: Die Medienkompetenz der Menschen soll gestärkt werden.
  4. Innovationspotenziale der Digitalisierung nutzen: Angestrebt wird eine durchgängige Wertschöpfungskette von der Grundlagenforschung bis hin zu Transfer und Verwertung.
  5. Durch Forschung den digitalen Wandel verstehen: Erkenntnisse zum Schutz der Privatsphäre, Selbstbestimmung und Transparenz dienen als Grundlage, um den digitalen Wandel verantwortungsvoll zu gestalten.
     

Plattform für den Austausch mit der Gesellschaft: Der Digital-Gipfel-Prozess

Der enge Dialog der Bundesregierung mit allen relevanten gesellschaftlichen Gruppen erfordert ein gemeinsames Dach, unter dem ein intensiver Austausch zu den zentralen Herausforderungen der digitalen Transformation in Deutschland bestmöglich erfolgen kann. Der Digital Gipfel-Prozess (ehemals IT-Gipfel-Prozess) dient hierbei als Plattform für die Zusammenarbeit von Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Der unterjährige Arbeitsprozess auf Plattformebene mündet in den jährlich stattfindenden Digital Gipfel (ehemals IT-Gipfel) und ist seit 2014 an den Handlungsfeldern der Digitalen Agenda ausgerichtet. Schwerpunkt des 10. Nationalen IT-Gipfel 2016 in Saarbrücken war die „Digitale Bildung“. Beim Digital-Gipfel 2017 lag der inhaltliche Fokus auf dem Themenbereich „digitalen Gesundheit“.