Die fünf Handlungsfelder der Bildungsoffensive für die digitale Wissensgesellschaft

Mit der „Bildungsoffensive für die digitale Wissensgesellschaft“ legt das Bundesministerium für Bildung und Forschung eine Strategie vor, mit der digitale Bildung in Deutschland umfassend und nachhaltig gefördert wird.

Das BMBF hat eine Strategie für den digitalen Wandel im Bildungsbereich vorgelegt.

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Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat mit der Strategie „Bildungsoffensive für die digitale Wissensgesellschaft“ einen umfassenden strategischen Handlungsrahmen für digitale Bildung in Deutschland erarbeitet. Für fünf Handlungsfelder werden jeweils konkrete Zielszenarien, laufende und geplante Aktivitäten und Handlungsbedarfe systematisiert.

Die Handlungsfelder sind:

1. Digitale Bildung vermitteln

Digitale Bildung ermöglicht es den Bürgerinnen und Bürgern, Computer und Internet fachkundig und verantwortungsbewusst zu nutzen.

Sowohl die gesellschaftliche Teilhabe als auch der Erfolg in der digital geprägten Arbeitswelt hängen von digitaler Bildung ab. Neben einem grundlegenden technischen Verständnis beinhaltet digitale Kompetenz dabei auch die Fähigkeit, Informationen in digitalen Medien zielgerichtet zu suchen und Quellen kritisch zu bewerten.

Computer, Tablets und Smartphones sollen nicht nur Instrumente zur Unterhaltung sein, sie sollen auch zum Lernen genutzt werden.

Um dieses Ziel zu erreichen, werden insbesondere digital kompetente pädagogische Fachkräfte benötigt. Darüber hinaus müssen Ausbildungsordnungen und Studiengänge angepasst und modernisiert werden.

Zur Stärkung der digitalen Bildung hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung zahlreiche Aktivitäten und Maßnahmen in die Wege geleitet.

2. Leistungsfähige digitale Infrastrukturen ausbauen

Digitale Bildung bedarf leistungsfähiger Infrastrukturen und einer angemessenen technischen Ausstattung.

Technik ist kein Selbstzweck – aber eine leistungsfähige digitale Infrastruktur ist die Voraussetzung für die Umsetzung digitaler Bildung. Wichtig sind unter anderem eine breitbandige Anbindung, eine zeitgemäße digitale Ausstattung, kompatible Schnittstellen und die Sicherstellung von Wartung und Betrieb digitaler Infrastrukturen.

Eine besondere Herausforderung liegt in der Umsetzung digitaler Bildung im Schulbereich. Mit dem „DigitalPakt#D“ will der Bund in den nächsten fünf Jahren Investitionen in Milliardenhöhe in schulische Infrastrukturen tätigen.

Im Gegenzug übernehmen die Länder Wartung und Betrieb, einigen sich auf gemeinsame technische Standards, unterlegen digitale Bildung mit den notwendigen pädagogischen Konzepten und gewährleisten die entsprechende Aus- und Fortbildung von Lehrern.

3. Zeitgemäßen Rechtsrahmen schaffen 

Digital gestützte Bildungsangebote benötigen einen Rechtsrahmen, der dem digitalen Zeitalter angemessen ist und dabei den Anforderungen an Urheberrecht, Datenschutz und Datensparsamkeit gerecht wird.

Digitale Bildung stellt neue und hohe Anforderungen an das rechtliche Umfeld, in dem sie angesiedelt ist. So müssen zum Beispiel Daten, die im Lernprozess generiert werden, vor dem Zugriff Unbefugter geschützt werden. Häufig bieten international operierende Anbieter Dienstleistungen an. Hier stellt sich die Frage nach dem Ort der Datenspeicherung und den dort geltenden datenschutzrechtlichen Vorschriften.

Geeignete Lizenzformen sollen den Rechtsrahmen für die Nutzer leicht handhabbar gestalten. Lehrende, Lernende und Produzierende sollen sicher in diesem Rahmen agieren können.

Ein bildungs-und wissenschaftsfreundliches Urheberrecht ist ebenfalls ein Ziel, an dem die Bundesregierung arbeitet. Sie entwickelt darüber hinaus einen Rechtsrahmen, der den Anforderungen an Datenschutz und Datensparsamkeit entspricht.

4. Strategische Organisationsentwicklung unterstützen

Um die Chancen des digitalen Wandels in der Bildung zu nutzen, müssen Bildungseinrichtungen ein digitales Profil entwickeln. Dafür benötigen sie Unterstützung.

Bildungseinrichtungen können von digitaler Bildung enorm profitieren. Um das Potenzial zu erschließen, müssen sie sich mit digitaler Bildung auseinandersetzen und für sich ein Konzept entwickeln, wie sie digitale Bildung ganz konkret umsetzen wollen.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung will die Bildungseinrichtungen bei diesem strategischen Prozess unterstützen. Insbesondere die Leiterinnen und Leiter der Bildungseinrichtungen müssen in ihren organisatorischen, technischen sowie Management-Kompetenzen gefördert werden.

Darüber hinaus wird das Bundesministerium für Bildung und Forschung die Erkenntnisse zur digitalen Bildung auch für die Gestaltung der Bildungspolitik nutzen. Deshalb weitet der Bund seine Forschungsförderung zur digitalen Bildung erheblich aus.

5. Potenziale der Internationalisierung nutzen

Digitale Bildung soll dazu beitragen, dass Deutschland international zu einem noch attraktiveren Bildungs-, Arbeits- und Lebensort wird.

Digitale Bildung kann dazu beitragen, Bildungsangebote aus Deutschland international bekannt zu machen und ihnen zu noch mehr Renommee zu verhelfen. Auf diese Weise wird Deutschland als Bildungsstandort noch attraktiver für ausländische Lernende.

An den Universitäten können digital gestützte Bildungsangebote dazu beitragen, den Studienerfolg ausländischer Studierender zu erhöhen. Mithilfe digital gestützter Angebote können sich ausländische Studierende schon im Heimatland intensiv vorbereiten. Auch die Auswahlprozesse können optimiert werden, indem vorab durchgeführte digital gestützte Tests die Eignung ausländischer Studierender untersuchen und Kandidatinnen und Kandidaten bereits vorab unterstützende Angebote erhalten.

Digital gestützte Bildungsangebote in den Curricula können zudem die bildungsbezogene Mobilität unter deutschen Studierenden erleichtern. So können Studierende zum Beispiel während eines studienbezogenen Auslandsaufenthalts Pflichtkurse ihrer Heimatshochschule in digitaler Form belegen oder digital gestützte Prüfungen absolvieren.

Digitale Kompetenz ist eine Grundvoraussetzung dafür, dass sich alle Menschen in Deutschland in der digitalen Welt sicher und verantwortungsbewusst bewegen können. Darüber hinaus befähigt sie dazu, in der digital geprägten Arbeitswelt erfolgreich zu handeln und am gesellschaftlichen und politischen Leben unseres Landes teilzuhaben.

Im Rahmen der Strategie soll das Lernen und Lehren mit digitalen Medien systematisch in allen Bildungsbereichen verankert werden. IT-Talente sollen in der Breite und an der Spitze gefördert werden. Voraussetzung hierfür sind digital kompetente pädagogische Fachkräfte und eine entsprechende Ausstattung der Bildungseinrichtungen.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung bündelt und systematisiert zahlreiche Initiativen und Programme, um für alle fünf Handlungsfelder praktikable und nachhaltige Entwicklungen in Gang zu setzen und zu etablieren.