Digital-Gipfel 2018: Software Campus

Innovation im Zeitraffer: Der Software Campus widmete sich dem Innovationsprozess durch agile Projektmanagement-Methoden. Am Fallbeispiel der Erkennung von Hirntumoren zeigen die Promovierenden, wie zügig ein Prototyp entstehen kann.

Die Promovierenden des Software Campus

Susanne Kegler, Henriette Röger, Dr. Immanuel Schweizer, Erik Neumann, Christian Schlinkmann, Amr Osman, Oliver Schoppe und Tanja Kojic (vlnr.) freuen sich über den Erfolg bei der Umsetzung des Software Campus auf dem Digital-Gipfel 2018.

Daniel Reinhardt/ Software Campus

Dieses Jahr präsentierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Software Campus ihre Ergebnisse neben dem hochkarätigen Publikum auf dem Digital-Gipfel in Nürnberg auch einem besonderen Gast – die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Anja Karliczek, besuchte am zweiten Tag des Digital-Gipfels den Infostand der jungen IT-Führungskräfte. Dieser demonstrierte anschaulich, wie digitale Innovationsprozesse ablaufen. Die zweitägige Konferenz sollte durch agile Projektführung im Austausch mit dem Industriepartner einen Prototyp als Arbeitsergebnis hervorbringen. „Ich bin wirklich begeistert, wie rasant die Teilnehmerinnen und Teilnehmer hier eine Idee wachsen lassen. Es ist phänomenal, was für hochwertige KI-basierte Produkte in so kurzer Zeit hier erschaffen wurden“, sagte Anja Karliczek, Bundesministerin für Bildung und Forschung.

Historie des Software Campus

Der Software Campus entstand 2011 auf dem IT-Gipfel. Seitdem bildet dieser Doktoranden und Doktorandinnen sowie Masterstudierende der Informatik zu Führungskräften in der Digitalindustrie weiter. Führende Universitäten und Forschungsinstitute der Informatik in Deutschland sowie mittelständische Weltmarktführer der Digitalbranche sind die Partner des Programms. Bislang durchliefen rund 300 IT-Talente das Programm. Die Teilnehmenden leiten in Kooperation mit jeweils einem Forschungs- und Industriepartner ein praxisrelevantes Forschungsprojekt.

Hochqualitatives IT-Führungstraining
Im Software Campus bilden 21 Konsortialpartner IT-Talente weiter, wobei zehn aus der Industrie und 11 von akademischer Seite kommen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt  jedes der gesellschaftlich besonders relevanten Projekte mit bis zu 100.000 Euro. Darüber hinaus erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die 1-2 Jahre im Programm verweilen, ein Mentoring seitens des Industriepartners sowie hochqualitative Führungstrainings. Das Förderprogramm des Digital-Gipfels wird zur einen Hälfte vom BMBF und zur anderen durch die Industrie getragen. Auf dem Gipfel erhielten die fünf Teilnehmenden die Aufgabe, ein Hilfsmittel zu erschaffen, mit dem eine Interaktion zwischen Experten und Künstlicher Intelligenz (KI) für die Lokalisierung von Hirntumoren geschaffen wird. Dies unterstützt einerseits den Arzt bei der Erkennung und schafft andererseits Transparenz, wie die KI arbeitet.

Hohes Innovationspotential durch agiles Projektmanagement
Grundsätzlich ging es bei der Präsentation des Software Campus um schnelle Innovation durch gute Teamarbeit und moderne Führungsmethoden. Dank eines agilen Workflows und Tests entstand ein funktionierender Prototyp auf dem Digital-Gipfel, welchen die IT-Führungskräfte der Zukunft stolz präsentierten. Die Promovierenden konnten sich auf die Mithilfe ihres kleinen Teams an ihren jeweiligen Heimatuniversitäten verlassen, zu denen auch Entwicklerinnen und Entwickler gehörten. „Als ich das erste Mal davon hörte, was wir erreichen wollten, habe ich es als schwierig eingeschätzt. Aber als ich das Team traf und klar wurde, wie gut wir uns ergänzten und unsere speziellen Talente und Fähigkeiten zusammenspielten, war ich mir sicher, dass wir erfolgreich sein würden“, sagt Amr Osman von der TU Dresden. Ein ebenso wichtiger Part ist die Kundensicht im agilen Projektmanagement. In den verschiedenen Etappen im Entstehungsprozess, den sogenannten Sprints, wurde das Feedback des Industriepartners sofort nach den Zwischentests in den Workflow integriert.

Der Prototyp
Entstanden ist ein KI-gestützter Prototyp. Henriette Röger (Universität Stuttgart / Software AG), Oliver Schoppe (TU München / Carl Zeiss AG), Amr Osman (TU Dresden / Huawei), Tanja Kojic (TU Berlin / DATEV eG) und Christian Schlinkmann (DFKI / Rohde & Schwarz) präsentierten das Arbeitsergebnis, das sich sehen lassen kann.