Digitale Berufe: Kaufleute im E-Commerce

Der digitale Wandel verändert die Arbeitswelt spürbar. Neue Berufsbilder entstehen. Auch der Handel profitiert nun von einem neuen Ausbildungsberuf. In diesem Jahr starten die ersten Auszubildenden in den Beruf als Kauffrau bzw. -mann im E-Commerce.

E-Commerce

Der digitale Wandel prägt unser tägliches Leben, aber auch die Arbeitswelt. Begriffe wie Industrie 4.0, disruptive Innovationen und Blockchain prägen die heutige Zeit (interne Verlinkungen). Wertschöpfungsketten funktionieren mittlerweile nach völlig neuen Regeln. Und wo sich Märkte verändern, gestalten sich auch die Arbeitsbedingungen um. Das Wissenschaftsjahr „Zukunft der Arbeitswelten“ dokumentiert dies sehr anschaulich. In einer Reihe werden die sich verändernden Berufsbilder dargestellt – angefangen bei klassischen Handwerksberufen, bis hin zu vollkommen neuen Berufen.

Der Arbeitsmarkt im digitalen Wandel

Lebenslanges Lernen ist in Zeiten der digitalen Transformation ein Muss. Wer sich dem verschließt, hat es auf dem Arbeitsmarkt schwerer. Vielfältige Fort- und Weiterbildungsangebote helfen den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern dabei, digitale Fähigkeiten und Fertigkeiten zu erlernen, neue Arbeitsabläufe zu verstehen und das Wissen in den Berufsalltag zu übertragen. Da sich nicht nur althergebrachte Tätigkeitsfelder wandeln, sondern auch komplett neue Arbeitsplätze entstehen, starten im August 2018 beispielsweise die ersten Auszubildenden in ihr Berufsleben im E-Commerce. Denn der Onlinehandel erfreut sich nach wie vor an einer ca. 11-prozentigen Zuwachsrate. Im zweiten Quartal 2018 (April bis Juni) generierte dieser Marktsektor 15.600 Mio. EUR (Q2 2017: 13.972 Mio.) Umsatz. Daher ist es keine große Überraschung, dass es einen enormen Zulauf auf den neuen Ausbildungsberuf gab. Laut dem Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (bevh) haben bereits mehr als 1.000 Jobstarter ihren Ausbildungsvertrag unterzeichnet, wobei das Interesse bei jungen Frauen ebenso groß ist wie bei jungen Männern.

Grafik: Der Interaktive Handel

bevh

Ein vollkommen neuer Ausbildungsberuf
Die E-Commerce-Azubis werden am Ende ihrer dreijährigen Ausbildungszeit von der Industrie- und Handelskammer geprüft. Die Schwerpunkte des Handelsberufes liegen, anders als im Einzelhandel, auf der Entwicklung und der Umsetzung von digitalen Geschäftsmodellen. Dazu gehört beispielsweise, wie ein Online-Shop betrieben wird, wie Produkte eingepflegt werden und wie Kennzahlen zu analysieren sind. Der Fokus der Ausbildung liegt auf Vermarktung und Vertrieb im sogenannten „Interaktiven Handel“, der im Jahr 2017 rund 63 Mrd. Netto-Gesamtumsatz erzielte.

Ausbildungsbetriebe finden sich in Unternehmen, die Waren oder Dienstleistungen online vertreiben, z.B. im Einzel-, Groß- und Außenhandel – vom kleinen Kunsthandwerksanbieter über reine Online-Verkaufshäuser bis hin zum internationalen Vertrieb. Stellenangebote finden sich sowohl im Privat- als auch im Geschäftskundenbereich.

Neue Anforderungen im Onlinehandel
Guter Rat ist teuer, auch online. Doch wie berät man denn seine Kundschaft am besten, wenn der persönliche Kontakt im klassischen Sinne fehlt? Der neue Ausbildungsberuf vermittelt unter anderem, wie Gespräche via Chat oder E-Mail gestaltet werden sollten, um den Anreiz zum Kauf zu steigern. Außerdem wird unterrichtet, wie Marketingmaßnahmen für den Onlinevertrieb entwickelt werden und welche Rechtsgrundlagen speziell für den Handel im Internet zu beachten sind. Darüber hinaus werden die Warenwirtschaftssysteme unter die Lupe genommen und vieles mehr.

Die Nachfrage steigt: Immer mehr Fachkräfte werden im Onlinehandel gebraucht. Wer einen Beruf mit Zukunft erlernen möchte, ist mit der Ausbildung zur Kauffrau bzw. zum Kaufmann im E-Commerce definitiv gut beraten.