Digital-Gipfel 2017: Digitale Lernangebote für Schulen

Bundesbildungsministerin Wanka hat auf dem Digital-Gipfel 2017 die Schul-Cloud gestartet: Damit stehen schul- und fächerübergreifend digitale Lernangebote zur Verfügung. Beteiligt sind 26 Pilotschulen aus nahezu allen Bundesländern.

Bildungsministerin Wanka startet die Schul-Cloud

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka, Christoph Meinel und Cornelia Diehl, Schulleiterin des Leininger-Gymnasiums in Grünstadt, starten die Schul-Cloud.

BMBF/Hans-Joachim Rickel

Die Idee einer Schul-Cloud ist im vergangenen Jahr entstanden und auf dem IT-Gipfel erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt worden. Auf der mittlerweile in Digital-Gipfel umbenannten Veranstaltung hat Bundesbildungsministerin Wanka jetzt die Pilotphase gestartet. Künftig können Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte im Klassenzimmer, von zuhause oder unterwegs und zu jeder Zeit auf digitale Lehr- und Lernangebote zugreifen, die zentral in einer „Cloud“ verfügbar sind. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert die Schul-Cloud, ein Projekt des Hasso-Plattner-Instituts und des Vereins MINT-EC, in dem sich mehr als 270 naturwissenschaftlich-mathematisch profilierte Gymnasien in ganz Deutschland zusammengeschlossen haben.

Johanna Wanka sagte bei Ihrem Besuch einer der Pilotschulen in Grünstadt: „Das Projekt der Schul-Cloud hat Signalwirkung. Es zeigt, wie mit einer digitalen Infrastruktur modernes Lernen und Lehren unterstützt werden kann. Die Schul-Cloud wird viel mehr sein als eine technische Lösung, hier dient die Technik guter Pädagogik. Mit Spannung erwarten wir die Ergebnisse aus der jetzt gestarteten Praxisphase des Projekts.“ Im kommenden Jahr soll die Schul-Cloud in allen rund 270 MINT-EC-Schulen in Deutschland eingeführt werden.

Testphase in 26 Schulen

26 Schulen testen in den kommenden Monaten die Lehr- und Lernmöglichkeiten, die die Schul-Cloud bietet. Die Schüler in Grünstadt waren die ersten, die in den Genuss der vielfältigen digitalen Bildungsangebote über das Internet kamen. Sie tauschten anlässlich des Starts der Schul-Cloud beispielsweise per Internet mit Schülern des Wormser Gauß-Gymnasiums Erfahrungen und Informationen über die Zusammenarbeit mit einer Partnerschule in Ruanda aus. Hierfür nutzen sie eine Kombination von Videokonferenz und cloudbasierter digtaler Tafel, die eine synchrone Zusammenarbeit ermöglicht. Wichtige Fragen waren: „Wie können wir zukünftig enger mit unseren afrikanischen Mitschülern zusammenarbeiten? Welche gemeinsamen Aktionen können wir starten?“ Denkbare Lösungen diskutierten sie vor der Webcam und klebten virtuelle Notizzettel an das sogenannte „neXboard“ – möglich macht dies die Schul-Cloud. Sie gibt Schülern und Lehrern einen einfachen und sicheren Zugang zu vielfältigen digitalen Bildungs-, Kooperations- und Organisationangeboten über das Internet. Einzige Voraussetzung: ein Breitband-Internetanschluss.

„Das Schöne ist die Vielfalt an Programmen, die unsere Schüler ohne Installation auf ihren Computern nutzen können“, sagte Schulleiterin Cornelia Diehl. Denn die Lehr- und Lernsoftware wird als Web-Dienst bereitgestellt. So können Schüler orts- und zeitunabhängig darauf zugreifen und Aufgaben, die sie in der Schule angefangen haben, auch zuhause beenden. „Das ist eine gute Möglichkeit, jeden einzelnen Schüler individuell je nach Leistungsfähigkeit und Kenntnisstand zu fördern“, erklärte Diehl.

Kaum Aufwand für Lehrkräfte

Ein weiterer Vorteil neben der Vielfalt und den zeit- und ortsunabhängigen Zugriffsmöglichkeiten ist der Wegfall von Programminstallationen: Die Schulen brauchen keine eigenen Server und Speicherkapazitäten mehr bereitzustellen. Experten kümmern sich um die sichere Konfiguration und Aktualisierung der Lernsoftware. So bleibt den Lehrkräften mehr Zeit für ihre eigentliche Arbeit: Schüler auf die digitale Welt vorzubereiten und ihnen zusätzlich zu Lesen, Schreiben und Rechnen auch digitale Kompetenz zu vermitteln.