FAIR-Data Spaces – Cloudbasierter Datenraum entsteht

Daten sind das Gold des digitalen Zeitalters. Der Austausch von Daten spielt eine immer wichtigere Rolle für Innovationen und Erkenntnisgewinn. Mit FAIR-Data Spaces entsteht ein gemeinsamer cloudbasierter Datenraum von Wissenschaft und Wirtschaft. Das Bundesforschungsministerium fördert das Initiativprojekt mit 6,3 Millionen Euro.

FAIR-Data Spaces

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FAIR-Data Spaces schafft einen gemeinsamen cloudbasierten Datenraum für Wirtschaft und Wissenschaft. Das Initiativprojekt verknüpft die bereits bestehenden Initiativen GAIA-X und Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI). Mit GAIA-X wird ein sicheres, vertrauenswürdiges und offenes Daten- und Infrastrukturökosystem in Europa entwickelt, das den höchsten Ansprüchen an digitaler Souveränität genügt. Die Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) vernetzt Forschungsdaten und macht sie über alle Wissenschaftsdisziplinen hinweg nutzbar. Das langfristige Ziel der Initiative: Erweiterung der nationalen Architektur zu einer europaweiten oder sogar globalen Infrastruktur zum Datentausch auf der Grundlage europäischer Normen und Werte.

Gemeinsamer Datenraum als neues Transfer-Instrument

Mit dem Verbundprojekt „FAIR-Data Spaces – Aufbau eines gemeinsamen Cloud-basierten Datenraums für Wirtschaft und Wissenschaft“ werden die Synergieeffekte aus beiden Projekten genutzt. Bundesforschungsministerin Anja Karliczek bezeichnet diese Verknüpfung als „ambitionierten Schritt“. Perspektivisch soll mit dem gemeinsamen Datenraum „ein neues Instrument des Wissens- und Technologietransfers entstehen, das Datenräume aus der Wirtschaft und der Wissenschaft miteinander verbindet und bisher nicht genutzte Potenziale erschließt.“ Das Bundesforschungsministerium (BMBF) fördert FAIR-Data Spaces mit 6,3 Millionen Euro.

Die Zusammenlegung der beiden Projekte ist ein logischer Schritt, denn sie ergänzen sich in ihren Stärken: GAIA-X bietet eine leistungs- und wettbewerbsfähige Dateninfrastruktur, NFDI sorgt für eine nachhaltige systematische Sicherung und Nutzbarmachung von Forschungsdaten. Der umfassende Austausch von Daten und der Wissenstransfer zwischen verschiedenen Disziplinen aber auch zwischen Wirtschaft und Wissenschaft ermöglichen neue Erkenntnisse und Entwicklung neuer Technologien. Der Ausbau von Zukunftskompetenzen und nachhaltige Innovationen sind entscheidend für die Positionierung Deutschlands als wettbewerbsfähiger und widerstandsfähiger Innovationsstandort. 

Konkrete Gestaltung des Datenraumes

Bereits Ende des Jahres sollen erste Projektergebnisse vorliegen. Die Koordination des im Mai 2021 gestarteten Projekts liegt beim Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT und die Ko-Koordination beim Verein Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) e.V. Konkrete Datenaustausch-Szenarien finden zunächst in Form von drei Demonstratoren zu den Themen Biodiversität, zur Qualitätssicherung von Forschungsdaten und zur plattformübergreifenden Datenanalyse statt. Bis 2024 werden diese initialen Demonstratoren um weitere Szenarien und Services ergänzt.

GAIA-X

Mit der Initiative GAIA-X schafft das BMBF gemeinsam mit dem Bundeswirtschaftsministerium die Grundlage für die Entwicklung eines sicheren europäischen Daten- und Infrastrukturökosystems, das den höchsten Anforderungen an digitaler Souveränität genügt und in dem Daten sicher und vertrauensvoll verfügbar gemacht, zusammengeführt und geteilt werden können. GAIA-X trägt dazu bei, Europa unabhängiger zu machen und die technologische Souveränität im Umgang mit den Daten von Bürgerinnen und Bürgern sowie Unternehmen zu stärken.

NFDI

Die Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) hat das Ziel, Datenbestände von Wissenschaft und Forschung systematisch zu erschließen, nachhaltig zu sichern, zu vernetzen und für Forscherinnen und Forscher zugänglich zu machen. Als zentraler Baustein für die Digitalisierung von Wissenschaft und Forschung in Deutschland ist die NFDI eines der wichtigsten Vorhaben zur Schaffung von neuem Wissen und Innovationen. Bund und Länder fördern die NFDI gemeinsam mit bis zu 90 Millionen Euro pro Jahr (Bund-Länder Schlüssel 90:10).