Freier Zugang zu Wissen in der digitalen Welt

Das Internet und die Digitalisierung haben den Zugang zu Wissen revolutioniert. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung setzt sich mit seiner Open Access-Strategie für einen freien und offenen Zugang zu wissenschaftlichen Informationen ein.

Open Access

Maksim Kabakou / Shutterstock

Die Bundesregierung hat sich mit der Digitalen Agenda zur Aufgabe gemacht, die Rahmenbedingungen für einen ungehinderten Wissensfluss in der Wissenschaft zu verbessern. Ein wichtiger Baustein dabei: Open Access.

Open Access - wissenschaftliche Informationen ohne Barrieren

Kern des Open-Access-Prinzips ist es, wissenschaftliche Ergebnisse in digitaler Form ohne finanzielle, technische oder rechtliche Barrieren für den Nutzer zugänglich und nutzbar zu machen. Das bedeutet, dass Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihre Artikel allgemein zugänglich im Internet veröffentlichen.

Einen wichtigen Meilenstein in der Etablierung von Open Access stellt die Berliner Erklärung über einen offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen von 2003 dar. Zu den ersten Unterzeichnern zählen die Deutsche Forschungsgemeinschaft, die Helmholtz-Gemeinschaft, die Max-Planck-Gesellschaft, die Leibniz-Gemeinschaft, die Fraunhofer-Gesellschaft, der Wissenschaftsrat, die Hochschulrektorenkonferenz und der Deutsche Bibliotheksverband. 

Zwei Ansätze des Open Access haben sich etabliert: Beim sogenannten Grünen Weg werden Publikationen neben der Veröffentlichung im analogen Print-Format in eine frei zugängliche Online-Datenbank eingestellt. Die Publikation wird dann in einem Repositorium, das heißt auf einem Dokumentenserver der Hochschule oder Forschungseinrichtung, eingestellt. Der sogenannte Goldene Weg des Open Access bedeutet die unmittelbare freie Zugänglichkeit zu einer Publikation im Internet am originären Publikationsort, z. B. in einer Open-Access-Zeitschrift, d.h. der Artikel wird unmittelbar in einem digitalen Medium publiziert.

Daneben gibt es weitere Modelle, mit denen die Wissenschaft den freien Zugang heute praktiziert. Hierunter fallen unter anderem Publikationen in „hybriden“ Zeitschriften, bei denen nur ein Teil der Beiträge offen zugänglich ist, oder die Archivierung auf einer eigenen Internetseite. Die Finanzierung von Open-Access-Publikationen erfolgt in der Regel über Publikationsgebühren.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat im September 2016 seine Open-Access-Strategie vorgelegt, die die Rahmenbedingungen in Deutschland weiter verbessert und darauf abzielt, Open Access als ein Standardmodell wissenschaftlichen Publizierens zu etablieren. Strategischer Ansatz ist es daher auch, eigene Ansätze aus der Wissenschaft zu fördern und zu stärken. Gemeinsam mit der Wissenschaft wird das BMBF das Thema Open Access kontinuierlich weiterentwickeln.

Die wichtigsten Fragen in Kürze

Was ist Open Access?

Open Access verfolgt das Ziel, wissenschaftliche Informationen über das Internet für jeden Nutzer ohne finanzielle, technische oder rechtliche Barrieren zugänglich und nutzbar zu machen. Unterschieden werden der sogenannte grüne Weg und der goldene Weg des Open Access. Beim grünen Weg wird eine bereits erschienene Verlagspublikation zusätzlich im Internet zugänglich gemacht, beim goldenen Weg erfolgt bereits die Erstveröffentlichung in einem digitalen Medium. Die Finanzierung von Open-Access-Zeitschriften (goldener Weg) erfolgt in der Regel über Publikationsgebühren.

Wozu brauchen wir Open Access?

Open Access trägt zu einem besseren Informationsfluss in der Wissenschaft bei. Publikationen aus staatlicher Forschungsförderung sollen offen zugänglich sein, damit die Forschung in Wissenschaft und Wirtschaft, aber auch die Gesellschaft insgesamt davon profitieren können. Ein möglichst ungehinderter Wissensfluss ist nicht nur Grundvoraussetzung für innovative Forschung, sondern auch für den Transfer der Ergebnisse in Produkte und Dienstleistungen wichtig. Insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen ist der Zugang zu extern verfügbarem Wissen von großer Bedeutung. 

Wie sehen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Open Access?

Verschiedene Studien haben gezeigt, dass Wissenschaftler Open Access mehrheitlich begrüßen und die Zunahme von Open Access-Publikationsmöglichkeiten und frei verfügbarer Literatur positiv sehen. Allerdings gelingt die praktische Umsetzung noch nicht immer. Viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler veröffentlichen oft nur einen Teil ihrer eigenen Forschungsergebnisse unter einem Open Access-Modell.

Mit seiner Open Access-Strategie will das BMBF dazu beitragen, die Lücke zwischen dem Wunsch der Wissenschaft nach mehr offen zugänglichen Publikationen und der aktuellen Veröffentlichungspraxis zu schließen.

Im Vordergrund steht dabei, Wissenschaftler auf ihrem eigenen Weg zu Open Access zu unterstützen. Das BMBF sieht den Grünen und den Goldenen Weg des Open Access als gleichwertig an. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern steht es also frei, weiterhin in der von ihnen bevorzugten Zeitschrift zu veröffentlichen. 

Was hat es mit dem Zweitveröffentlichungsrecht auf sich?

Bereits 2014 hat das BMBF für die Einführung eines gesetzlichen Zweitverwertungsrechts ins Urheberrecht gesorgt. Durch das unabdingbare gesetzliche Zweitveröffentlichungsrecht werden wissenschaftliche Autoren abgesichert, die ihre Forschungspublikationen, die mindestens zur Hälfte mit öffentlichen Mitteln geförderten Forschungstätigkeit entstanden sind, nach Ablauf von zwölf Monaten öffentlich zugänglich machen wollen.

Steht Open Access einer gewerblichen Verwertung von Forschungsergebnissen entgegen und können weiter gewerbliche Schutzrechte (etwa Patente) erworben werden?

Open Access betrifft lediglich die Art der Veröffentlichung der Forschungsergebnisse. Eine Pflicht zur Veröffentlichung gibt es nicht. Die Lizenzierung unter einer Open-Access-Lizenz (etwa Creative Commons) bezieht sich stets nur auf die Veröffentlichung selbst. Auf etwaige Patente oder ähnliches hat die Lizenzierung keine Auswirkung.