Homeschooling braucht "Digitalkonsistenz"

Eine erneute Umfrage der Initiative D21 verdeutlicht die Hürden beim digitalen Heimunterricht: Fehlende Digitalkompetenz und Organisation sowie uneinheitliche Lernformate stellen alle Beteiligten vor große Herausforderungen. Die Studie zeigt aber auch Offenheit für die Digitalisierung im Bildungswesen.

Homeschooling
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Die Ausstattung mit digitalen Endgeräten stellt die wenigsten Eltern, Lehrenden, Schülerinnen und Schüler vor Probleme. Lediglich 14 Prozent von 2.000 Befragten geben an, dass es ihnen an technischer Ausstattung für einen digitalen Heimunterricht mangele. Ein wenig mehr Befragte (16 Prozent) bemängeln die Zuverlässigkeit ihrer Internetverbindung. Zu diesen und weiteren Ergebnissen kommt eine erneute Umfrage der Initiative D21 zum Thema digitaler Heimunterricht, die vorab zum D21-Digitalindex 2020/2021 veröffentlicht wurde.

Heimunterricht braucht mehr als nur digitale Endgeräte

Eine technische Ausstattung und stabile Internetverbindung sind für einen gelingenden digitalen Heimunterricht jedoch nur Grundvoraussetzungen. „Corona verdeutlicht, dass effektiver digitaler Unterricht weit mehr erfordert als die Ausstattung mit Computern und Internet. Ob Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler oder Eltern – alle Seiten berichten von Hürden“, sagt Hannes Schwaderer, Präsident der Initiative D21. Vielmehr brauchten Schulen strategische Unterstützung bei „den Veränderungen im Bereich der Organisation, der Entwicklung von Digitalkonzepten sowie Investitionen in professionelle IT-Betreuung und Personalentwicklung“, so Schwaderer weiter.

Hürden beim digitalen Heimunterricht kaum verändert

So bestünden die größten Hürden beim Homeschooling in einer fehlenden einheitlichen Vorgehensweise, „wie und wo Unterrichtsmaterial zur Verfügung gestellt wird“, heißt es im Vorfeld des D21 „eGovernment MONITOR 2020/2021“, für den die Umfrage durchgeführt wurde. 42 Prozent der Befragten geben an, hiermit Probleme zu haben. Die Hälfte gibt zudem an, dass nur die Übermittlung des Materials digital erfolge, die Lehrmittel und Bearbeitung ansonsten aber analog blieben. Hinzu kämen Probleme bei der schulischen Selbstorganisation zu Hause, die besonders Schülerinnen und Schüler nach eigener Aussage belastet, von denen aber auch die Eltern und Lehrenden nicht unberührt bleiben. Damit verbunden zeigt sich erneut eine mangelnde Digitalkompetenz, die eine D21-Umfrage im August letzten Jahres bereits aufzeigte.    

Zukunft des Digitalunterrichts wirft bereits Licht und Schatten voraus

Ein digitaler Heimunterricht kann den Präsenzunterricht in Schulen nicht ersetzen, das sagen mehr als 80 Prozent der befragten Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte und Eltern. Zugleich aber stimmen knapp 80 Prozent der Befragten der Aussage zu: „Alle Lehrkräfte sollten künftig verpflichtende Fortbildungen zur Nutzung digitaler Lernformate erhalten.“ Mit der Digitalisierung im Bildungswesen verbinden viele Lernende als auch Lehrende den Wunsch nach mehr Flexibilität im Schulalltag durch digitale Unterrichtsformen und Vermittlungsangebote. Der Frage, ob Unterrichtskonzepte in Zukunft mehr auf die digitale Welt angepasst werden müssen, pflichteten 74 Prozent der 2.000 an der Umfrage beteiligten Lehrkräfte, Eltern, Schülerinnen und Schüler bei.