Im Überblick: 20 innovative Open Access Projekte

Mit innovativen Projekten Open Access in der Wissenschaft verankern. Das BMBF hat in seiner Open Access-Strategie das Ziel formuliert, Open Access zu einem Standard wissenschaftlichen Publizierens zu machen. Die Vorhaben werden kurz vorgestellt.

Open Access - Ideenwettbewerb

Thinkstock / NosUA

Das BMBF fördert die Umsetzung innovativer Ideen zur Schaffung, Verbreitung und Handhabe von Open Access-Publikationen – und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus ganz Deutschland sind dabei. Unter den eingegangenen 63 Vorschlägen wurden 20 Projekte ausgewählt, die besonders begeistern. Bewährte Modelle und ganz neue Ideen zeigen die Vielfalt und den Ideenreichtum der Open Access-Bewegung. Ob mit künstlicher Intelligenz oder der Power der Community – das Ziel, Open Access voranzubringen, verbindet alle Vorhaben.

Die 20 Förderprojekte im Überblick

Chancen und Herausforderungen der nationalen Umsetzung eines internationalen Open Access Transformationsprojektes am Beispiel der Hochenergiephysik

Technische Informationsbibliothek (TIB)

Gemeinsam auf Publikationsgebühren umstellen - das ist der Ansatz von CHOAT-HEP. Der Bereich der Hochenergiephysik steht kurz davor, nahezu sämtliche Artikel in Fachzeitschriften frei verfügbar zu machen. Diese Umstellung auf Open Access ist mit Kostenverschiebungen verbunden. Zur Unterstützung des Umstiegs werden eine zentrale Administration und Transformationsmittel eingesetzt.


Digital REseArch Mining (DREAM)

Verbundprojekt: Forschungszentrum Informatik am Karlsruher Institut für Technologie, Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft gGmbH

Mit Blockchain-Technologie und Matching wissenschaftliche Inhalte zentral, verständlich und barrierefrei der Öffentlichkeit zugänglich machen. Das Projekt DREAM baut hierzu eine digitale Plattform auf und liefert eine dazugehörige App gleich mit. Autorinnen und Autoren können ihre eigene Arbeit bewerben, Nutzerinnen und Nutzer die spannendsten Beiträge lesen und bewerten.


Fachspezifische OA-Workshops und Bereitstellung von OA-Materialien

Verbundprojekt: Universität Konstanz, Universität Göttingen, Universität Kiel

Wissen durch und über Open Access teilen. Die Internetseite Open-Access.net ist die Ressource für Informationen über Open Access im deutschsprachigen Internet. Mittels Gamification sollen deren Plattformnutzer langfristig zur Teilhabe und zum Wissenstransfer über Open Access motiviert werden. Die Informationen auf der Internetseite sollen nicht nur von den Nutzern erstellt, sondern auch dauerhaft gepflegt werden, was mithilfe einer Wissensgemeinschaft (Community of Practice) erfolgen soll. Zudem werden fachspezifische Inhalte und Materialien erstellt und fachspezifische Workshops für Wissenschaftler/innen organisiert.


Förderung des Umstiegs deutschsprachiger geisteswissenschaftlicher Zeitschriften

Eine Kooperation der Open Library of Humanities und Universität Konstanz

Gemeinsam für mehr Open Access in den Geisteswissenschaften. Das Vorhaben will das im englischsprachigen Raum bereits etablierte Modell der Open Library of Humanities in Deutschland aufbauen. Das Vorhaben zielt auf die Etablierung von Konsortialzahlungen von Bibliotheken statt Einzelzahlungen zur Abwicklung von Publikationsgebühren.


Förderung von Open Access in den Geistes- und Sozialwissenschaften mit dem Schwerpunkt Monografien

Universität Duisburg-Essen

Open Access verbreitet sich zunehmend auch in den Geistes- und Sozialwissenschaften. Die Entwicklung steht aber noch am Anfang. Die Wege zu einer Open Access-Kultur in Fächern, in denen Buchpublikationen das wichtigste Mittel wissenschaftlicher Kommunikation sind, erforscht das Projekt OGeSoMo. In Zusammenarbeit mit Bibliotheken und Verlagen sollen die zukünftige Ausgestaltung der Förderung von Open-Access Publikationen an Universitäten praktisch erprobt und die Geschäftsmodelle weiterentwickelt werden.


Hochaufgelöste Referenzierung von Aussagen zu genregulatorischen Interaktionen von Bakterien in Open-Access-Publikationen mittels Wikidata

Universität Würzburg

Das Vorhaben InteractOA wird biologische Datensätze und Publikationen verbinden und damit auf den großen Vorteil von Open Access-Artikeln aufbauen. Ziel ist es, eine Webplattform aufzubauen, die sich mit genregulatorischen Interaktionen von Bakterien beschäftigt. Dies geschieht auf der Basis von Wikidata der Wikimedia Foundation. Sowohl der Verweis auf den Fundort eines Artikels, als auch die exakte Stelle innerhalb einer Open-Access-Publikation soll angezeigt werden. Mit Hilfe dieses Webtools werden die Interaktionsdaten mit den Verweisen auf Open Access-Artikeln leicht durchsuchbar gemacht und anschaulich dargestellt.


Onlineplattform für barrierefreies Open Access academic publishing für Hochschulen und Forschende "unipress publisher"

readbox publishing GmbH

Eine automatisierte Publikationsplattform, die mit ihren Anforderungen wächst: Mit dem Vorhaben „unipress publisher“ soll eine Onlineplattform für Open Access-Publikationen geschaffen werden, die modular und skalierbar aufgebaut ist, um Forschungseinrichtungen und Hochschulen jeder Größe das passende Instrument an die Hand zu geben. So kann Open Access auch ohne hohe Anfangsinvestitionen in der Praxis umgesetzt werden.


Open Access und Open Educational Resources in den Ingenieurwissenschaften

Verbundprojekt: TU Darmstadt, TU Braunschweig, Universität Stuttgart

Wie nutzen Ingenieurwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler Open Access und Open Educational Resources und warum tun sie es ggf. noch nicht? Bei OpenIng sollen rechtliche, organisatorische, reputationsbezogene und finanzielle Barrieren untersucht werden. Die gewonnenen Erkenntnisse werden genutzt, um neue technische und organisatorische Services, Unterstützungsangebote, Info-Materialien und Kommunikationskonzepte für die Ingenieurwissenschaften zu entwickeln, zu erproben und zu evaluieren.


Open Knowledge Interface

Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin

Moderne Literaturrecherche auf dem Smartphone. OKI bietet nicht nur das, sondern einen virtuellen Assistenten für die Textverwaltung, der als Chatbot die Literatursuche unterstützt und dabei natürliche Sprache versteht. Der Assistent lernt die Nutzerinnen und Nutzer durch künstliche Intelligenz besser kennen und passt seine Suchergebnisse entsprechend an.


Open Pattern Tool for Higher Education Research and Practice

Verbundprojekt: Universität Hamburg, Hochschule Emden/Leer

Lernarrangements in der Hochschule bestehen häufig aus pädagogischen und didaktischen Mustern (Pattern), die sich zur Verbesserung der Lehrqualität bewährt haben. Diese Muster können zwar für andere Lehrende hilfreich sein, werden aber selten geteilt. Mit dem Vorhaben OPTion wird eine Plattform geschaffen, auf der solche Muster strukturiert beschrieben, gesammelt und geteilt werden können.


Plattform Edition Open Access

Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte

Mehr Open Access in den Geisteswissenschaften – mit diesem Anspruch tritt das Vorhaben EOA2 an. Mit Open Access ist viel mehr möglich als nur das Buch im Digitalen abzubilden – neue Formate und Methoden sind möglich. Der Einsatz neuer Review-Verfahren und interaktive Inhalte in Publikationen erweitern das gängige Verständnis einer Publikation. Die Edition Open Access (EOA) wird weiterentwickelt, um qualitätsgesicherte Forschungsergebnisse im Open Access zu erstellen und zu verbreiten.


Plattform für die Open-Access-Publikation von Dissertationen, Möglichkeit zu webbasierter Texterstellung und Orientierung im gesamten Promotionsvorhaben

Verbundprojekt: DUZ Verlags- und Medienhaus GmbH, SciFlow GmbH

Open Access von Anfang an! Obwohl die Dissertation den Ausgangspunkt einer wissenschaftlichen und vieler sonstigen Karrieren bildet, fristet sie allzu oft nur ein Schattendasein. Viele innovative Ideen und die klugen Köpfe, denen sie entspringen, werden zumeist nicht sichtbar. Mit dem Vorhaben duzDOC wird eine zentrale, zuverlässige und ständig aktualisierte Plattform für die Open Access-Veröffentlichung von Dissertationen geschaffen, die einen effektiven Austausch auch über die wissenschaftliche Gemeinschaft hinaus bietet.


Publikationsinfrastrukturen für Open-Access-Gold und Open-Access-Grün

ZB MED – Informationszentrum Lebenswissenschaften

Eine innovative Plattform, die individuell und flexibel auf die Bedarfe von Herausgeber/-innen und Autor/-innen abgestimmt werden kann. Mit dem Ausbau der Publikationsplattform PUBLISSO soll dies erreicht werden. Durch die Befragung von Experten wird die aktuelle Bedarfslage transparent gemacht und Wege zur Optimierung von Publikationsplattformen aufgezeigt. Die Erkenntnisse werden dabei auf Publisso praktisch umgesetzt.


Sichtbarmachung von Open-Access-Publikationen in den Nachweisinstrumenten einer Bibliothek

Leibniz Institut für neue Materialien

Wo sind die Publikationen? Für Studenten und Forscher ist die Bibliothek noch immer die wichtigste Informationsquelle – und Bibliotheken treiben Open Access voran. Aber gerade in Bibliothekskatalogen sind Open Access-Publikationen noch nicht immer deutlich gekennzeichnet. Das Vorhaben wird nicht nur für eine bessere Einbindung von Open Access-Publikationen in Zeitschriftenkataloge sorgen, sondern mit einer virtuellen Zeitschriftenauslage auch die digitale und die analoge Bibliothekswelt verbinden.


Strategische und operative Handlungsoptionen für wissenschaftliche Einrichtungen und Fachgesellschaften zur Gestaltung der Open-Access-Transformation

Helmholtz Zentrum Potsdam Deutsches GeoForschungZentrum

Wie kann die Open Access-Transformation gelingen? Options4OA will eine Erhebung zum Stand von Open Access in Deutschland durchführen. Der Fokus soll auf wissenschaftlichen Einrichtungen und Fachgesellschaften liegen. Als Ergebnis sollen Handlungsempfehlungen gegeben werden.


Synergien für Open Access - Open Access-Monitoring

Forschungszentrum Jülich      

Mit SynOA sollen wissenschaftliche Einrichtungen einen Überblick über die Anzahl an Publikationen in Open-Access-Zeitschriften und in Subskriptionszeitschriften, die Anzahl der Zitierungen, die Bezahlung für die Publikationen etc. erhalten. Die Daten werden zum Teil im Projekt selbst generiert, zum Teil in Portalen durch die Bibliotheken selbst erfasst.


Geschlechterforschung für alle zugänglich

Freie Universität Berlin

Mit einer zentralen Open Access-Plattform soll die Sichtbarkeit geschlechterwissenschaftlicher Forschungsergebnisse erhöht werden. Neben der Plattform werden weitergehende Services wie eine Gutachter_innendatenbank sowie Beratungs- und Schulungsangebote aufgebaut. So soll Open Access in der Geschlechterforschung flächendeckend und nachhaltig verankert werden.


Was kostet es eigentlich, wenn Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Open Access publizieren?

Universität Bielefeld

Die Erfassung von Publikationskosten ist ein wichtiger Schritt hin zu Kostentransparenz und damit auch zum gezielten Einsatz von Mitteln. Mit dem Vorhaben KOA sollen vorhandene Datenquellen ausgewertet und die Datenbasis für eine systematische Erfassung verbreitert werden. Dies ermöglicht Bibliotheken eine entsprechende Budgetplanung, ein Monitoring der tatsächlichen Kosten und eine transparente Berichterstattung auf institutioneller und nationaler Ebene.


Open Access für Theorie und Praxis

Hochschule Osnabrück

In den Therapiewissenschaften ist der Übergang vom Wissenschaftler zum Praktiker oft fließend. Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse finden sofort Eingang in die tägliche Arbeit - praktische Erfahrungen geben Anlass zu weiterer Forschung. Mit dem Projekt TheraThesisLink wird eine neue Plattform als zuverlässige Quelle für Arbeiten aus den Therapiewissenschaften geschaffen.


Open Access-Bücher sind ein Schlüssel zu einer flächendeckenden Verbreitung auch außerhalb der Naturwissenschaften

HTWK Leipzig

Die Publikation eines Buches stellt ganz andere Anforderungen als die Publikation eines Artikels. Mit dem Vorhaben OA-HVERLAG soll die Zahl der im Open Access veröffentlichten wissenschaftlichen Bücher, deren Auffindbarkeit in Katalogen und Sichtbarkeit in frei zugänglichen Repositorien deutlich erhöht werden. Hierfür erarbeitet das Vorhaben einen einfach handhabbaren, leicht übertragbaren und nachhaltigen Workflow für Hochschulverlage. Forschungsarbeiten der eigenen Einrichtung können dann in digitaler Form im Open Access und als gedrucktes Buch veröffentlicht werden.