Industrie 4.0 – innovative Prozesse und Dienstleistungen

Das Zukunftsprojekt „Industrie 4.0“ der Bundesregierung rückt die technologischen und wirtschaftlichen Potenziale des Internet der Dinge und Dienste in den Mittelpunkt. Vor allem der Mittelstand wird dazu befähigt, innovative Produkte zu entwickeln.

Roboterarm

Thinkstock/kynny

Mit dem erfolgreichen Zukunftsprojekt „Industrie 4.0“ beschleunigt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die digitalisierungsbedingte Transformation der produzierenden Industrie in Deutschland. Der Fokus liegt dabei auf kleinen und mittelständischen Unternehmen. Außerdem ist das Ziel, die Sicherheit und Zuverlässigkeit von Prozessen zu gewährleisten und Kompetenzen in den Unternehmen und bei den Beschäftigten auf- und auszubauen.

Know-how und Bedürfnisse der Beschäftigten berücksichtigen

In rund 100 Verbundprojekten sammeln  mehr als 240 beteiligte kleine und mittlere Unternehmen  Erfahrungen, um Industrie 4.0 „auf den Hallenboden“ zu bringen. Dabei geht es vor allem bei neuen Formen der Mensch-Technik-Interaktion darum, das Know-how und die Bedürfnisse der Beschäftigten einzubeziehen. Ziel ist, Erfahrungen mit innovativen Lösungen, guter, menschengerechter Arbeitsorganisation, neuen Dienstleistungen und damit verknüpften Geschäftsmodellen aufbereitet weiterzugeben.

Plattform Industrie 4.0

Über die Plattform Industrie 4.0 arbeiten mehr als 200 Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gewerkschaften in Abstimmung mit der Politik an konkreten Konzepten in den Bereichen Standardisierung und Normung, an Lösungen zur Gewährleistung von Sicherheit und Zuverlässigkeit vernetzter Systeme, an den rechtlichen Rahmenbedingungen und daran, Arbeit menschengerecht zu gestalten. Die Plattform dient auch dazu, die internationale Zusammenarbeit bei konkreten Vorhaben insbesondere mit den USA, China, Frankreich, Tschechien und vielen anderen Ländern zu bündeln. Ein durch das BMBF organisierter und eingesetzter  wissenschaftlicher Beirat befasst sich mit den aktuellen und absehbaren Forschungskomplexen.

Individuelle Produkte mit günstigen Preisen

Das Internet der Dinge wird Realität. Werkstücke, Produkte und Produktionsmaschinen tauschen Daten aus, der Produktionsprozess erfolgt zunehmend vernetzt. Es ist möglich, Produkte individuell nach persönlichen Kundenwünschen zu Preisen zu produzieren, die früher nur in der Massenfertigung erreichbar waren. Der Herstellungsprozess wird hochgradig flexibel und zugleich effizienter.

Industrie 4.0-Lösungen für die Praxis

Zahlreiche Beispiele zeigen, dass Industrie 4.0 in Ansätzen bereits in der Praxis angekommen ist, vieles befindet sich aber noch im Forschungs- oder Pilotstatus. Um der Vielfalt möglicher Lösungen und der Dynamik in der industriellen Praxis gerecht zu werden, werden Möglichkeiten geschaffen, mit neuer Technik zu experimentieren und Erfahrungen auszutauschen. Dies erleichtert das Nutzen innovativer Technologien, das Einschätzen des wissenschaftlich-technischen Risikos und das Entwickeln von Qualifizierungsstrategien.

Sicherheit im Fokus

Die Sicherung  dieser stark vernetzten Prozesse vor Manipulation, Sabotage sowie Fremdnutzung und Missbrauch von Daten ist dabei von allergrößter Bedeutung. Deutsche Unternehmen sollen als Leitanbieter für alle am Erfolg von Industrie 4.0 beteiligte Technologien positioniert und Deutschland als zukunftsfähiger Produktionsstandort gesichert werden. Hierzu liefert das „Nationale Referenzprojekt für IT-Sicherheit in der Industrie 4.0 IUNO“ Lösungen, die insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen entwickelt wurden.

Gleichzeitig werden die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und die verschiedenen Beschäftigtengruppen analysiert. Dabei geht es gleichermaßen um die Interessen der Unternehmen wieder Beschäftigten.

Um vertrauliche Daten bei den Unternehmen zu belassen, sicher auszutauschen und damit Wertschöpfung in Deutschland zu schaffen, legt das BMBF mit der Fraunhofer-Gesellschaft und Partnern aus der Wirtschaft mit dem Vorhaben „Industrial Data Space“ die Grundlagen für einen sicheren Datenraum.

Testumgebung für den Mittelstand

Das BMBF ermöglicht kleinen und mittleren Unternehmen, ihre innovativen Lösungen für Industrie 4.0 in einer geeigneten „Testumgebung“ in Forschungseinrichtungen zu erproben. Wenn solche Testumgebungen vernetzt werden, können verteilte Produktionsprozesse in mehreren Testumgebungen realitätsnah nachgebildet werden. Über eine Forschungslandkarte erhalten die Unternehmen einen einfachen Zugang zu Praxisbeispielen. Der „Kompass Industrie 4.0“ stellt die passenden Förderangebote zusammen.

Auch im Programm „Zukunft der Arbeit“ liegt ein Schwerpunkt der Förderung beim Mittelstand. Neu ist dabei, dass die Förderung thematisch offen ist. KMU können sich zusammen mit Forschungspartnern überlegen, welche Probleme und Fragen aus einem großen technisch-thematischen Spektrum sie besonders bewegen. Gerade für den Mittelstand, der auf breiter Basis von Fachkräften getragen wird, können so passgenaue und anwendungsbezogene Lösungsansätze erarbeitet werden.

Auch mit dem Zehn-Punkte-Programm „Vorfahrt für den Mittelstand“ werden wichtige Themen für die Innovationsdynamik der Wirtschaft, die eng mit der Digitalisierung verbunden ist, aufgegriffen.


Links

Industrie 4.0
Plattform Industrie 4.0
Förderung „Testumgebung“
Forschungslandkarte
Industrial Dataspace
Zukunft der Arbeit
Förderschwerpunkte
Produzieren im digitalen Zeitalter
Pressemeldung des BMBF „Zehn Punkte für mehr Innovtionen im Mittelstandd“
BMBF-gefördertes Nationales Referenzprojekt IT-Sicherheit in Industrie 4.0 (IUNO)