Kreative Vordenker für Software-Prototypen gesucht

Der Prototype Fund unterstützt freie Programmiererinnen und Programmierer, ihre Ideen vom Konzept bis zur ersten Demo in Bezug auf gesellschaftlich relevante Lösungen in der datengetriebenen Welt zu entwickeln.

Open Knowledge Foundation e.V.

istock/Miodrag Gajic

Vor allem innovative Ansätze und Werkzeuge zur Erzeugung, zum Teilen und zur Nutzung von Daten sind gefragt. Gefördert werden innovative Softwareprojekte in den Bereichen Civic Tech, Data Literacy, Datensicherheit und Software-Infrastruktur. Im Fokus stehen Umsetzungsideen, die einen souveränen Umgang mit Daten und Informationen unterstützen und somit eine stärkere Beteiligung der Öffentlichkeit an gesellschaftlichen Entwicklungen ermöglichen.

Ergebnisse werden als Open-Source-Lösungen zur Verfügung gestellt

Die digitalen Werkzeuge, die die Selbstbestimmung der Nutzerinnen und Nutzer stärken, können etwa Tools und Services für eine transparente Kommunikation oder eine gezieltere Vernetzung sein. Auch offene Software, mit der das Verhalten von Apps und Geräten in Sachen Datenschutz und Sicherheit einfach gesteuert und kontrolliert werden kann, ist hier zu nennen. Des Weiteren gehören dazu Communities und Projekte, die über Transparenz, Offenheit und Technologie mehr Vertrauen auf Seiten der Nutzerinnen und Nutzer aufbauen und deren Privatsphäre schützen.

Open Source Projekte für ein offenes und freies Internet

In der zweiten Auswahlrunde wurden vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftlicher Veränderungen insbesondere auch Ideen zur Stärkung des zivilgesellschaftlichen Engagements berücksichtigt.

„Dokumente für Demokratie“

So stellt z.B. das Vorhaben „Dokumente für Demokratie“ eine Open-Source-Bibliothek einer neuen Basistechnologie für den offenen ISO-Standard OpenDocument Format bereit. Über eine neue und feinere Ansicht auf Dokumente aus verschiedenen Office-Anwendungen werden individuelle Änderungen widergespiegelt und damit eine Zusammenarbeit mehrerer Benutzer ermöglicht. Ein zusätzlicher Hebeleffekt wird über eine ISO-Standardisierung der Lösung angestrebt, so dass dann alle Interessierten mit unterschiedlichen Anwendungen zeitgleich gemeinsam an einem Dokument arbeiten können.

„Datenland - Regionalstatistik verstehen und nutzen“

Das Projekt „Datenland - Regionalstatistik verstehen und nutzen“ betreibt die Website datengui.de, die statistische Regionaldaten klar und prägnant darstellen wird und damit vergleichbar macht. Im Gegensatz zu offiziellen Statistikportalen sind Darstellung und weitere Analysen auch für Menschen ohne Fachkenntnisse einfach zu bedienen. Die Regionaldaten werden nach Themen sowie nach Städten, Landkreisen und Gemeinden strukturiert, in Kontext gesetzt und durch interaktive Grafiken und kurze Texte erklärt. Das Sammeln und Aufbereiten der Daten wird durch eine Data-Pipeline automatisiert, die auf existierenden Lösungen aufbaut.

„TALEnet - Austausch von Ideen und Fähigkeiten“

Bei „TALEnet - Austausch von Ideen und Fähigkeiten“ wurde ein Werkzeug entwickelt, um Ideen und Fähigkeiten zu erfassen und diese über Communities hinaus auszutauschen und zusammenzubringen. So können wertvolle Potenziale ihre Wirkung abseits marktgetriebener Wertschöpfungsketten entfalten. Im ersten Schritt werden Akteure in den Bereichen Kunst und Kultur, Selbstorganisation und Hacking angesprochen. Langfristig sollen auch Personen für die Möglichkeiten interdisziplinärer Kollaboration adressiert werden, die noch nicht in vergleichbaren Szenen aktiv sind, um kollektives Schaffen und gestalterische Teilhabe in der Zivilgesellschaft auszubauen.

Regelmäßiger Aufruf für schnell umsetzbare Projekte

Der Fokus des Programms Software-Sprint liegt auf kreativen Ideen der freien Programmiererinnen und Programmierer in Bezug auf gesellschaftlich relevante Lösungen in der datengetriebenen Welt. Es wurden zum Beispiel neue Modelle und Werkzeuge zur Erzeugung, zum Teilen und zur Nutzung von Daten entwickelt. Die Umsetzung dieser Ideen bringt die Zugänglichmachung von öffentlichen Datenbeständen einen weiteren Schritt voran. Dies ist auch erklärtes Ziel des Nationalen Aktionsplans der Bundesregierung zu Open Data.

Zwei Mal im Jahr werden schnell umsetzbare Projekte für eine sechsmonatige Förderung ausgewählt – mittels eines beschleunigten Bewerbungsprozesses. Die Vorhaben werden im Rahmen einer durch das BMBF geförderten Begleitforschung mit einem Coaching der Open Knowledge Foundation Deutschland e. V. ergänzt.  Für die fünfte Bewerbungsrunde werden Einreichungen ab dem 01.08.2018 möglich sein.