Mit GO FAIR auf dem Weg zur europäischen Wissenschaftscloud

Mit GO FAIR entsteht eine neue Pioniermaßnahme auf europäischer Ebene. Zukünftig können Forscherinnen und Forscher in ganz Europa wissenschaftliche Ergebnisse und Forschungsdaten gemeinsam nutzen und wiederverwenden.

Wissenschaftler arbeitet digital am Gletscher

Ein Gewinn für das Wissenschaftssystem: Mit GO FAIR werden relevante wissenschaftliche Ergebnisse über die Grenzen der Disziplinen hinweg zugänglich.

iStock/nullplus

Damit Forschungsdatenzentren in ganz Europa virtuell miteinander verknüpft werden können, starten Deutschland, die Niederlande und Frankreich gemeinsam die GO FAIR Initiative. Das Ziel von GO FAIR ist es, Rahmenbedingungen zu schaffen, um die vorhandenen Forschungsdaten an wissenschaftlichen Einrichtungen aller Forschungsdisziplinen über die Landesgrenzen hinweg zu erschließen.

Klaus Tochtermann

Prof. Dr. Klaus Tochtermann, Direktor der ZBW

Sven Wied

Zukunft des europäischen Wissenschaftssystems

Mit der zukünftigen European Open Science Cloud werden Forschungsdateninfrastrukturen mit dem Ziel verknüpft, den Zugang zu Forschungsdaten über Grenzen der Disziplinen hinweg zu ermöglichen, um stärker von der Dynamik der Digitalisierung zu profitieren. Die gemeinsame Nutzung dieser Daten fördert den Mehrwert für Wissenschaft und Innovation. Die Initiative dient als Sprungbrett für die Verwirklichung einer europäischen Wissenschaftscloud, welche einen wichtigen Baustein für die Zukunft des europäischen Wissenschaftssystems im digitalen Zeitalter darstellt.

„Kern dieses Wissenschaftssystems wird die Etablierung eines Internets of Fair Data and Services sein, einem Internet in dem sowohl Daten als auch Dienste unter FAIREN Bedingungen allen zugänglich gemacht wird“, skizziert Prof. Dr. Klaus Tochtermann, Direktor des Leibniz-Informationszentrums Wirtschaft, die künftige Gestalt des Netzes.

Forschungsobjekte im Fokus

GO FAIR verfolgt von Anfang an einen ambitionierten Ansatz. Im Mittelpunkt der Maßnahmen stehen nicht nur Forschungsergebnisse und Forschungsdaten, sondern das Forschungsobjekt im Allgemeinen. Es umfasst alle digitalen Komponenten, die während des Forschungsprozesses Anwendung finden: nicht nur Forschungsdaten, sondern auch Algorithmen, Werkzeuge, Software und Workflows für Services. Das Spektrum der Forschungsobjekte geht damit weit über den Datenbegriff hinaus und beinhaltet generell digitale Objekte, die im Zuge wissenschaftlicher Vorhaben entstehen.

Alle digitalen Forschungsobjekte müssen die vier FAIR Prinzipien erfüllen:

  • Findable
  • Accessible
  • Interoperable
  • Re-usable.

Aufbau eines Umsetzungsnetzwerkes nach dem FAIR-Prinzip

Für die Aufbauphasen werden von den deutschen, niederländischen und französischen Forschungsministerien Unterstützungs- und Koordinierungsbüros gefördert. Das deutsche Büro ist an dem ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft am Standort Hamburg beheimatet. Die GO FAIR Initiative greift auf bestehende Initiativen und Infrastrukturen aller Forschungsdisziplinen zurück. Allen Akteuren steht es frei, die Initiative zu unterstützen und von den Entwicklungen zum fairen Datenmanagement und assoziierten Services zu profitieren. Diese Bottom-up Strategie ermöglicht es, die gesamte Wissenschaft sowie alle weiteren Akteure mit Bezug zum Forschungsdatenmanagement in die GO FAIR Initiative einzubinden.

Selbstorganisierte Netzwerke der Zukunft

Die internationalen Unterstützungs- und Koordinierungsbüros werden Umsetzungsnetzwerke aufbauen und Vorhaben von Wissenschaft und e-Infrastrukturen zur Bereitstellung von Daten und Dienstleistungen nach dem FAIR-Prinzip fördern. Die Büros leisten neben den Vernetzungstätigkeiten gegenüber den beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern wichtige Detailarbeit, z.B. mit Zertifikaten, klaren Standards oder Trainingsworkshops zum FAIR data steward (Datenadministrator).

Ziel ist es, dass sich das Netzwerk nach der dreijährigen Startphase der GO FAIR Initiative langfristig selbstorganisiert und die FAIR-Aktivitäten fortführt.