Neuer Podcast des Weizenbaum-Instituts

Das Weizenbaum-Institut für die vernetzte Gesellschaft hat die Podcast-Reihe „Weizenbaum im Homeoffice: Corona und Digitalisierung“ initiiert. Darin diskutieren die WissenschaftlerInnen, welche Konsequenzen die Pandemie für unser Zusammenleben hat.

Die Podcast-Reihe „Weizenbaum im Homeoffice: Corona und Digitalisierung“ ist das neue Digital-Format des Weizenbaum-Instituts für die vernetzte Gesellschaft – Das Deutsche Internet Institut. Die Podcast-Reihe geht der Frage nach, welche Auswirkungen das Kontaktverbot und weitere Maßnahmen zur Verlangsamung der Corona-Pandemie für unser Zusammenleben haben. Demnach lässt sich eine weitreichende Verlagerung des öffentlichen und privaten Lebens in den digitalen Raum feststellen. Doch welche Konsequenzen hat diese digitale Umstellung für die Bereiche Bildung, Arbeit, Demokratie, Sicherheit, Wissenschaft, Gesundheit, Nachrichten und Unterhaltung sowie für das das private Zusammenleben?

Kleine Unternehmen haben es besonders schwer
In der ersten Podcast-Folge diskutiert der Direktor des Weizenbaum-Instituts Professor Sascha Friesike mit dem Soziologen Dr. Florian Butollo und dem Geigenbauer Dr. Simon Goetz über die Auswirkungen auf globale Wertschöpfungsketten. Dabei stellen die Diskutanten fest, mit welcher Dynamik sich von einem Tag auf den anderen das Leben und die Arbeitswelt verändert haben. Für viele Unternehmen bedeutet dies plötzlich Arbeitsprozesse digital organisieren zu müssen. Dabei ist ein hoher Grad an Flexibilität und Spontanität von Nöten, um sich der neuen Situation anpassen zu können.

Dr. Simon Götz betont allerdings, dass es vielen kleinen Unternehmen schwer fällt, Lösungen für immer neue Probleme zu finden. Flexibilität sei für KMU keine Selbstverständlichkeit und kreative Problemlösungen nicht immer möglich, da die Situation schwer zu überblicken sei und sich ständig verändere. Häufig ist proaktives Handeln für Unternehmen erschwert und auf Veränderungen lässt sich nur reagieren. Generell sind die Wertschöpfungsketten von Asien bis Europa unter sehr starkem Druck. Lieferanten fallen weg und Produkte können kaum noch auf internationalen Märkten abgesetzt werden. Ein Trend, der in diesem Jahr wohl für viele Unternehmen anhalten wird.

Globale Wertschöpfungsketten unter Druck
Im zweiten Gespräch erklärt Dr. Florian Butollo, dass moderne Lieferketten aus Kostengründen auf die Reduzierung von Lagerhaltung angewiesen sind. Auf Kapazitätsschübe und einen plötzlichen Anstieg der Nachfrage sei man kaum vorbereitet. Die – teilweise irrationalen – Hamsterkäufe hätten deshalb dazu geführt, dass die Supermarkt-Regale bei einigen Produkten leer waren.

Eine andere Problematik wird bei Gesichtsmasken und Beatmungsgeräten deutlich, wo die Fertigungskapazitäten für die jetzige Nachfrage gar nicht vorhanden sind, da sie aus Kostengründen verlagert wurden. Engpässe entstehen also weniger aufgrund einer „Hamster-Dynamik“, sondern aufgrund von Nachschubproblemen, die sich gravierend auswirken können. Die Debatte um das Virus ist demnach auch eine Debatte um das gesamte Gesundheitssystem sowie die Produktion und die Wertschöpfungsketten im Gesundheitsbereich.

Die gesamte Diskussion können Sie auf der Webseite des Weizenbauminstituts im Podcast anhören.

Erfolgreiche Evaluation des Weizenbauminstituts
Nach einer etwa zweijährigen Aufbau- und Forschungsarbeit wurde das Weizenbaum-Institut erstmals evaluiert. Die wissenschaftliche Evaluierungskommission hat einen sehr positiven Eindruck von der Forschungskultur und den Forschungsergebnissen gewonnen. Gleichzeitig gibt sie in dem Evaluierungsbericht wichtige und hilfreiche Empfehlungen für die strukturelle und inhaltliche Weiterentwicklung des Instituts. Auf der Grundlage des positiven Ergebnisses dieser Zwischenevaluation hat das BMBF entschieden, das Weizenbaum-Institut zur Antragsstellung für eine zweite zweijährige Aufbauphase aufzufordern. Die nächste Förderphase soll am 15.09.2020 beginnen. Die Evaluierungsergebnisse und eine erste Stellungnahme des Direktoriums des Weizenbaum-Instituts finden Sie hier.