OECD lobt MINT-Bildung in Deutschland

Deutschland belegt im internationalen Vergleich Spitzenplätze in der MINT-Bildung. Dem Bildungssystem in Deutschland wird im aktuellen OECD-Bericht „Bildung auf einen Blick 2017“ eine hohe Leistungsfähigkeit bescheinigt.

Mehr Frauen in MINT

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Um die Herausforderungen des digitalen Wandels gut meistern zu können, braucht Deutschland Fachkräfte mit ausgeprägter MINT-Kompetenz. Dieses Akronym bezeichnet Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Wie der Bericht der OECD zeigt, ist die bisherige Strategie der Politik hierzu aufgegangen. Deutschland ist auf einem guten Weg, die MINT-Fächer didaktisch und digital modern und damit so attraktiv auszugestalten, dass sich 2015 nahezu 40 Prozent der Anfänger im tertiären Bildungsbereich (Studium, Meister- oder Technikerausbildung) für ein MINT-Fach entschieden haben.

Zu wenige MINT-Frauen

„Diese Anstrengungen lohnen sich, wie die Zahlen der OECD verdeutlichen. Weiterhin müssen wir in diesem Bereich Frauen besonders fördern. Auf ihr Potenzial können und dürfen wir nicht verzichten. Insbesondere in der beruflichen Bildung müssen wir die Möglichkeiten technischer Berufe jungen Frauen näher bringen", sagte Bundesbildungsministerin Johanna Wanka, die den Bericht gemeinsam mit der Präsidentin der Kultusministerkonferenz und baden-württembergischen Kultusministerin, Susanne Eisenmann, sowie der OECD in Berlin am 12. September 2017 vorstellte.

MINT-Kompetenzen stärken wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit

Die Digitalisierung wird die Gesellschaft in Deutschland nachhaltig verändern, die Art wie wir leben, arbeiten und auch wie wir kommunizieren. Digitalisierung wird jedoch nur dann zu mehr Lebensqualität und wirtschaftlichem Wachstum führen, wenn die Menschen in der Lage sind, sich in einer digital geprägten Gesellschaft selbstbestimmt zu bewegen und auf die veränderten Anforderungen der Lebens- und Arbeitswelt vorzubereiten. Hierfür sind MINT-Kompetenzen unerlässlich.

Frühzeitig neue Anforderungen erkennen

Bildung und Forschung im MINT-bereich haben zu Digitalisierung geführt. Deshalb kommt einer guten Ausbildung in den MINT-Fächern auch in Zukunft eine große Bedeutung zu, im Studium genauso wie in den technischen Ausbildungsberufen. Ziel der Akteure in Politik, Wirtschaft und der Sozialpartner ist es, gemeinsam mit Unternehmen frühzeitig neue Ausbildungsanforderungen zu erkennen und in die Ausbildung an den Hochschulen, in den Berufsschulen, den überbetrieblichen Ausbildungsstätten und auch in den Betrieben zu verankern. Dafür ist die BMBF-Initiative Berufsbildung 4.0 ein gutes Beispiel. U.a. wird mit dem Förderprogram „Digitale Medien in der beruflichen Bildung“ die Entwicklung, Erprobung und der Einsatz neuer Bildungsangebote mit digitalen Medien in der beruflichen Aus- und Weiterbildung unterstützt. Außerdem leistet die Initiative „Komm mach MINT“ eine große Unterstützung, insbesondere was die Ansprache junger Frauen betrifft. Mit zahlreichen gezielt auf diese Zielgruppe zugeschnittenen Veranstaltungen und Vernetzungsinitiativen eröffnet die Initiative die vielen Facetten von MINT-Ausbildung in Schulen, in Betrieben oder im Studium.  

Gute Vorbereitung beginnt bereits in der Schule

Das Projekt „Schul-Cloud“ eröffnet Schulen über eine effiziente IT-Struktur einen einfachen und sicheren Zugang zu digitalen Bildungsangeboten und bietet zentrale Dienste für schulische Organisation und Kollaboration. Die Umsetzung erfolgt durch das Hasso-Plattner-Institut gemeinsam mit dem Verein MINT-EC (MINT-EC ist ein Netzwerk von bundesweit rund 300 Gymnasien mit ausgeprägtem MINT-Profil). Die Schul-Cloud stellt ein breites, pädagogisch sinnvoll konzipiertes digitales Bildungsangebot dar und entlastet die beteiligten Schulen von der Administration ihrer IT-Systeme. Nach der Pilotierung bei rund 25 Schulen im Winterhalbjahr 2016/17 und der Umsetzung der Evaluationsergebnisse ist der Roll-out des Angebots für alle 300 MINT-EC-Schulen ab Herbst 2018 vorgesehen.