Open Access – Ursprung und Entwicklung

Der Grundgedanke von Open Access ist, möglichst vielen Menschen die Ergebnisse u.a. öffentlich geförderter wissenschaftlicher Arbeit unentgeltlich und digital zugänglich zu machen. Dieser Gedanke gewinnt seit einigen Jahren an Bedeutung.

OA Kampagne

BMBF

Die Anfänge des frei zugänglichen Wissens – Bereits in den 40er-Jahren des 20. Jahrhunderts prägte der US-amerikanische Sozialwissenschaftler Robert King Merton die Theorie, dass wissenschaftliche Forschungsergebnisse grundsätzlich zum gemeinschaftlichen Eigentum zählen. Dieser Ansatz kann als Vorläufer der Open-Access-Bewegung gesehen werden, auch wenn er noch nicht im digitalen Kontext gedacht wurde. Der Begriff „Open Access“ kam jedoch erst in den 1990er-Jahren auf. Die Idee: Wissenschaftliche Publikationen, die die Ergebnisse einer mit öffentlichen Mitteln geförderter Forschung enthalten, sollten der Öffentlichkeit unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden.

Zeitschriftenmarkt und elektronisches Publizieren
Hintergrund der zunehmend erstarkenden Open-Access-Bewegung waren unter anderem die steigenden Preise für wissenschaftliche Fachzeitschriften, die wissenschaftliche Einrichtungen immer schwerer finanziell belasteten. Besonders betroffen waren die Bereiche Wissenschaft, Technologie und Medizin. In der Folge haben Bibliotheken und Einrichtungen zahlreiche Abonnements gekündigt. Parallel hierzu ermöglichte das Internet einen freien und unentgeltlichen Zugang zu wissenschaftlichen Inhalten. 

Budapester und Berliner Erklärung
Im Jahr 2001 gründete sich die Budapest Open Access Initiative eine interdisziplinäre Bewegung von europäischen und amerikanischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die forderte, Ergebnisse aus der Forschung allen im Internet zugänglich zu machen – und zwar unentgeltlich. Seit der Veröffentlichung der „Budapester Erklärung“ hat die Open-Access-Bewegung deutlich an Sichtbarkeit in der Wissenschaft gewonnen.

Zwei Jahre später (2003) wurde mit der „Berliner Erklärung über den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen“ ein wichtiger Grundstein für Open Access in Deutschland gelegt.

Die Berliner Erklärung beinhaltete neben der Vision des „umfassenden und frei zugänglichen Wissens“ auch grundsätzliche Vorschläge zur Förderung von Open-Access-Publikationen:

  • die Bestärkung von Forschenden zur Veröffentlichung über Open Access,
  • die Entwicklung von neuen Evaluierungswegen, um die Qualitätsstandards sicherzustellen,
  • das Ermuntern der Verwalterinnen und Verwalter kulturellen Erbes, ihre Inhalte im Internet frei zugänglich zu machen,
  • der Einsatz für die Anerkennung von Open-Access-Veröffentlichungen bei der Beurteilung von wissenschaftlichen Leistungen und
  • die allgemeine Anerkennung spezifischer Beiträge für die Entwicklung einer Open-Access-Infrastruktur.

Zu den ersten Unterzeichnenden zählten die Deutsche Forschungsgemeinschaft, die Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren, die Max-Planck-Gesellschaft, die Leibniz-Gemeinschaft, die Fraunhofer-Gesellschaft, der Wissenschaftsrat, die Hochschulrektorenkonferenz und der Deutsche Bibliotheksverband. Die Berliner Erklärung beinhaltet grundsätzliche Vorschläge zur Förderung von Open-Access-Publikationen, mit dem Ziel, einen größtmöglichen Nutzen für Wissenschaft und Gesellschaft zu erreichen.

Open Access etabliert sich in der Wissenschaft
Open Access ist ein Anliegen der Wissenschaft selbst, um wissenschaftliche Erkenntnisse der Wissenschaft und der Öffentlichkeit insgesamt besser zugänglich machen zu können. Viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben das Potenzial dieser Publikationsform erkannt und nutzen Open Access bereits umfangreich. Laut dem Open-Access-Monitor wurden zwischen 2015 und 2019 etwa 44 Prozent der Publikationen in wissenschaftlichen Zeitschriften in Deutschland Open Access veröffentlicht. Das BMBF begrüßt und unterstützt diese Entwicklung und setzt sich auch in Zukunft dafür ein, Open Access als eine Standardpublikationsform zu etablieren.