Open-Access-Initiativen

Mit der Open-Access-Strategie will das BMBF den Weg in eine innovative Wissenschaft bereiten und die Innovationskraft in Deutschland stärken. Ziel ist es, Open Access schrittweise zu einem Standard des wissenschaftlichen Publizierens zu machen.

OA Kampagne 2

BMBF

Um dieses Ziel zu erreichen, hat das Bundesforschungsministerium in der Open-Access-Strategie Leitprinzipien benannt und Aktionsfelder zur Stärkung von Open Access identifiziert.

Die fünf Leitprinzipien der Open-Access-Strategie

1. Open Access als einen Standard des wissenschaftlichen Publizierens etablieren: Die Idee des offenen Zugangs zu wissenschaftlichen Publikationen kommt aus der Wissenschaft, findet dort Anerkennung und muss auch dort umgesetzt werden. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt mit der Open-Access-Strategie die Wissenschaft auf ihrem Weg.

2. Verschiedene Wege für Open Access: Zwei Wege, ein Ziel – Open Access kann man über den grünen oder goldenen Weg  realisieren.  

3. Teilhabe und Partizipation stärken: Publikationen aus öffentlich geförderter Forschung sollen für alle Menschen offen zugänglich sein.

4. Hohe Qualität wahren: Open-Access-Publikationen erfüllen dieselben Anforderungen an die Qualität wie traditionelle Veröffentlichungen – bei besserer Sichtbarkeit.

5. Wissenschaftsfreiheit nicht einschränken: Open Access ist keine Verpflichtung zur Publikation. Die Entscheidung, ob man veröffentlichen will, liegt in der Hand der Wissenschaftlerin oder des Wissenschaftlers.

Aktionsfelder der Open-Access-Strategie

Viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler stehen Open Access positiv gegenüber und haben grundsätzlich den Wunsch nach mehr Transparenz im Zusammenhang mit wissenschaftlichen Publikationen. Jedoch veröffentlichen viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nicht alle ihre Arbeiten Open Access. Unterschiede in der Veröffentlichungspraxis gibt es zum Beispiel in den verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung setzt sich für eine Etablierung von Open Access in der Breite des deutschen Wissenschaftssystems ein. In der Open-Access-Strategie hat das BMBF fünf Aktionsfelder identifiziert, um Open Access als Publikationsprinzip zu etablieren:

  • Verankerung von Open Access als Grundprinzip in der eigenen Förderung
  • Höhere Sichtbarkeit und Akzeptanz von Open Access
  • Kompetenzaufbau und Verbreitung von Open-Access-Erfolgsmodellen aus der Praxis
  • Finanzielle Unterstützung
  • Open Access sichtbar und messbar machen.

Maßnahmen des BMBF

Das Bundesforschungsministerium hat konkrete Maßnahmen eingeleitet, um die Aktionsfelder praktisch umzusetzen.

Verankerung von Open Access in der eigenen Förderung
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung bekennt sich als Forschungsförderer zu Open Access: Mit der Open-Access-Klausel macht das BMBF die Open-Access-Publikation zur Förderbedingung. Das bedeutet: Wissenschaftliche Ergebnisse aus BMBF-geförderten Forschungsprojekten sollen entweder gleich Open Access publiziert werden (goldener Weg). Oder nach Ablauf einer sogenannten Embargofrist müssen sie auf einem geeigneten Dokumenten-Server (Repositorium) eingestellt werden (grüner Weg). Ziel ist es, öffentlich geförderte Ergebnisse über Open Access allen zur Verfügung zu stellen.

Sichtbarkeit und Akzeptanz
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung bietet mit einer breit angelegten Informationsoffensive umfassende Informationen zu Open Access. Über unser Bestellformular [Link] können Sie zudem Plakate, Postkarten oder Sticker bestellen und in Ihrer Institution verteilen.

Kompetenzaufbau
Informieren, Kompetenzen aufbauen und vernetzen: Das sind die Ziele der Kompetenz- und Vernetzungsplattform des Bundesforschungsministeriums, die noch 2019 ihre Arbeit aufnehmen wird. Sie bündelt Informationen zum Thema Open Access, entwickelt Fortbildungsangebote für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und vernetzt Forscherinnen und Forscher.  Besonders gelungene Open-Access-Projekte werden breit kommuniziert, damit alle Beteiligten voneinander lernen können und in ihrem Engagement gestärkt werden. Außerdem bietet die neue Plattform Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern Antworten auf praktische und rechtliche Fragen, die sich bezüglich Open Access stellen.

Verbreitung von Erfolgsmodellen
Mit dem Open-Access-Ideenwettbewerb fördert das Bundesforschungsministerium innovative Ideen zur Schaffung, Verbreitung und Handhabe von Open-Access-Publikationen. Aus den eingereichten Vorschlägen wählte das Bundesforschungsministerium 20 wegweisende Projekte aus, die in besonderer Weise dazu beitragen, dass Open Access zum Standard wissenschaftlichen Publizierens wird. Die Projekte beschäftigen sich mit vielfältigen Fragestellungen: Von der Integration der Blockchain-Technologie beim Aufbau einer digitalen Plattform mit Open-Access-Publikationen bis hin zur Erforschung von Wegen, wie auch die mobile Literaturrecherche zu Open Access mittels Künstlicher Intelligenz verbessert werden kann, sind zahlreiche innovative Projekte dabei. Alle Vorhaben verbindet dasselbe Ziel: Open Access in Deutschland und international voranzubringen.

Finanzielle Unterstützung
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt Open-Access-Publikationen im Rahmen der Projektförderung. Das heißt konkret: Die Publikationskosten für Open-Access-Veröffentlichungen können bei Projekten, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert werden sollen, mit beantragt werden. Für Veröffentlichungen während der Laufzeit des Projektes sind dann die Publikationskosten für Open Access gesichert.

Und wenn die Veröffentlichung erst nach dem Ende der Projektlaufzeit erfolgt, hilft der Post-Grant-Fund. Über den Post-Grant-Fund können Publikationskosten finanziert werden, wenn es sich um Ergebnisse aus vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Projekte handelt, die bereits abgeschlossen sind. Der Post-Grant-Fund unterstützt die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler so nachhaltig bei ihrer Open-Access-Publikation.

Weitere Akteure im Bereich Open Access

Neben dem BMBF setzen sich auch andere Akteure für Open Access ein. Einige stellen wir kurz vor:

Projekt DEAL – Initiative der Wissenschaft auf nationaler Ebene
Im Rahmen des Projekts DEAL verhandelt ein Konsortium von fast 700 deutschen akademischen Einrichtungen nationale Lizenzvereinbarungen mit den drei großen Wissenschaftsverlagen Wiley, Elsevier und Springer Nature. Erste Vereinbarungen konnten bereits getroffen werden. Das Ziel sind einheitliche Lizenzbedingungen für die akademischen Einrichtungen. Dabei stellen die großen Verlage das Geschäftsmodell um. Die Artikel werden nun über Veröffentlichungsgebühren statt über Abonnements der Zeitschriften finanziert. Unter DEAL veröffentlichte Artikel erscheinen Open Access und sind unentgeltlich im Internet zugänglich.

Schwerpunktinitiative „Digitale Information“ – Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen
Die Schwerpunktinitiative „Digitale Information“ – kurz auch „Allianz-Initiative“ – möchte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit der bestmöglichen Infrastruktur für ihre Forschung ausstatten. Dazu stimmen die Wissenschaftsorganisationen seit 2008 gemeinsame Positionen ab, bündeln Ressourcen und gestalten operative Strukturen des Wissenschaftsbetriebes neu. Heutige Handlungsfelder der Initiative umfassen nach ihrem aktuellen Leitbild (2018 bis 2022) unter anderem die digitale Vernetzung und wissenschaftliche Publikationssysteme. Open Access wird als Querschnittsthema adressiert.

Horizont 2020 – Europäische Kommission
Das Rahmenprogramm der Europäischen Union für Forschung und Innovation fördert mit verschiedenen Instrumenten EU-weit unter anderem Projekte und Maßnahmen mit dem Ziel einer innovationsgestützten Gesellschaft, einer wettbewerbsfähigen Wirtschaft und gleichzeitig einer nachhaltigen Entwicklung. Sofern Horizont-2020-Projekte sich für eine Verbreitung der Ergebnisse entscheiden, sind sie verpflichtet, Forschungsergebnisse in Gestalt von Publikationen sowie die ihnen zugrundeliegenden Daten Open Access zu veröffentlichen. Zur Unterstützung der entsprechenden Open-Access-Veröffentlichung dient das Portal OpenAIRE, das mögliche Optionen bündelt und vorhandene Repositorien verlinkt. Auch das Nachfolgeprogramm „Horizont Europa“ entwickelt das europäische Engagement zu Open Access für die nächsten Jahre weiter.