Open Access und Verlagsvertrag

Was muss ich bei der Veröffentlichung von Forschungsergebnissen beachten?

Nach der eigentlichen Forschungsarbeit folgt in der Regel die Veröffentlichung. Für die Veröffentlichung gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Open Access

Eine Möglichkeit ist, die Forschungsergebnisse Open Access zu veröffentlichen und damit für jeden zugänglich zu machen.

Open Access

Open Access bedeutet, dass wissenschaftliche Publikationen der Allgemeinheit unentgeltlich über das Internet – etwa auf einer Webseite, in einer Onlinezeitschrift oder in einem sog. Repositorium – zur Verfügung gestellt werden.

Werke, die via Open Access veröffentlicht werden, sind häufig deutlich sichtbarer, weil sie ohne Zugriffsrestriktionen von jedermann weltweit und unentgeltlich im Internet abgerufen werden können. Open Access ermöglicht einen weltweiten und unentgeltlichen Zugriff und vereinfacht damit auch den Einsatz digitaler Forschungsmethoden wie z. B. des Text und Data Mining.

Verlagsvertrag

Eine andere Möglichkeit ist die Veröffentlichung in einem Verlag. Hierzu wird mit dem Verlag ein Verlagsvertrag geschlossen, in dem diesem entsprechende Nutzungsrechte eingeräumt werden. Das Urheberrechtsgesetz kennt grundsätzlich einfache und ausschließliche Nutzungsrechte.

Bei einem ausschließlichen Nutzungsrecht kann der Vertragspartner (sog. Lizenznehmer) das Nutzungsrecht gegenüber jedermann, also auch gegen den Urheber, geltend machen. Wenn z. B. eine Autorin bzw. ein Autor einem Verlag eine ausschließliche Lizenz zum Druck und zum Verkauf eines Buches eingeräumt hat, darf niemand außer dem Verlag mehr das Buch drucken und verkaufen – auch die Autorin bzw. der Autor selbst nicht.

Werden nur einfache Nutzungsrechte eingeräumt, können auch andere Personen das Werk nutzen. Einfache Nutzungsrechte können also mehrfach vergeben werden.

Häufig findet sich in Verlagsverträgen eine Formulierung, mit der umfassende Nutzungsrechte übertragen werden.

Zum Beispiel: „Die Autorin bzw. der Autor räumt dem Verlag für die Dauer des gesetzlichen Urheberrechtes an dem Werk sämtliche ausschließlichen, räumlich und inhaltlich unbeschränkten Nutzungsrechte in allen bekannten und unbekannten Nutzungsarten ein.“

Die Einräumung ausschließlicher Nutzungsrechte sollte vom Urheber gut überlegt sein, weil er bei der Übertragung auch seine eigenen Rechte für die im Vertrag bezeichnete Dauer (oft „unbefristet“) aufgibt.

In jedem Fall hat der Urheber einen Anspruch auf eine angemessene Vergütung (§ 32a UrhG). Damit soll sichergestellt werden, dass der Urheber angemessen am wirtschaftlichen Nutzen seines Werkes beteiligt wird. Wann die Höhe einer Vergütung angemessen ist, ist eine schwierige Frage und stets im Einzelfall zu bestimmen. Es kommt z. B. darauf an, ob ein einfaches oder ein ausschließliches Nutzungsrecht eingeräumt wurde. Als Faustregel könnte man sagen: Je mehr Rechte eingeräumt werden, umso höher dürfte die Vergütung sein.

In Ausnahmefällen kann es jedoch auch angemessen sein, überhaupt keine Vergütung zu leisten. Ein im Bereich der Wissenschaft bekanntes Beispiel ist die Publikation von Dissertationen. Die Promotionsordnungen der Hochschulen legen fest, dass Dissertationen zu veröffentlichen sind. Der Druck bedeutet für die Verlage jedoch ein wirtschaftliches Risiko, da Dissertationen in der Regel nur für einen kleinen und sehr speziellen Leserkreis interessant sind. Hier muss häufig der Urheber sogar einen Druckkostenzuschuss leisten, damit seine Arbeit gedruckt wird und er seiner Veröffentlichungspflicht nachkommen kann.

Urheberrecht in der Wissenschaft Zweitveröffentlichungsrecht