Open Educational Resources – offen lizensierte Bildungsmaterialien in die Breite bringen

Das BMBF fördert die Verbreitung und Nutzung sogenannter Open Educational Ressources (OER). Der Aufbau einer zentralen Informationsstelle OER und Projekte zur Qualifizierung von Bildungspersonal machen den Anfang.

Offene Bildungsmaterialien (OER)

Offene Bildungsmaterialien (OER) sind frei verfügbar, können auf rechtlich gesicherter Basis geteilt und verändert werden und eröffnen dadurch neue didaktische und pädagogische Möglichkeiten.

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Digitale Formate spielen beim Lernen und Lehren eine immer wichtigere Rolle, denn diese haben viele Vorteile: digitale Lehr- und Lernmittel können schnell und ohne großen Aufwand an andere weitergegeben werden; Inhalte lassen sich herunterladen, bearbeiten, neu zusammenfügen und digital verbreiten. Mit Open Educational Ressources (OER) ist dies möglich, ohne gegen urheberechtliche Regelungen zu verstoßen, denn OER sind offen lizensiert, so dass ihre Weitergabe und Veränderung mit nur geringen Einschränkungen möglich ist. 

Bildungsmaterialien mit erweiterten Nutzungsmöglichkeiten in die Breite bringen

Offene Bildungsmaterialen bieten Lehrenden die Chance, Unterrichtsmaterialien zu bearbeiten und aktiv zu gestalten. So können die Materialien besser an die individuellen Bedürfnisse der Lernenden angepasst werden. Von diesen und anderen positiven Effekten sollen Schulen, Hochschulen und Bildungsinstitute künftig stärker profitieren. Ziel ist es, durch umfassende Aufklärung und Informationsbereitstellung aus einem Guss OER nachhaltig in der deutschen Bildungslandschaft zu verankern und zu einer pädagogisch sinnvollen und urheberrechtlich einwandfreien Nutzung von offenen Bildungsmaterialien in allen Bildungsbereichen beizutragen. 

Webportal mit passgenauen Informationen

Ein entscheidender Schritt in diese Richtung ist der Aufbau einer zentralen Informationsstelle, den das BMBF für einen Zeitraum von zwei Jahren mit rund 1,2 Millionen Euro fördert. Als zentrale Anlaufstelle soll diese Lehrende künftig bei der Nutzung offener Bildungsmaterialen unterstützen – mit umfassenden Informationen, Hinweisen auf Best-Practice-Beispiele und pädagogischen Empfehlungen.
Wo finden Lehrerinnen und Lehrer offene Bildungsmaterialien speziell zu ihrem Fach? Wie kann die Qualität der Materialien sichergestellt werden? Was müssen Lehrkräfte beim Verarbeiten medialer Produkte und Inhalte beachten? Zu diesen und anderen Fragen leistet die Informationsstelle OER künftig Hilfestellung. Das Webportal wird die verschiedenen Bildungsbereiche – Schule, Aus- und Weiterbildung sowie Hochschule – abbilden und zielgruppenspezifische Informationen für Anwender und Nutzer bereitstellen. Dafür werden bereits bestehende umfangreiche Informationsbestände zu offenen Bildungsmaterialien zusammengeführt und neue, passgenaue Informationsmodule für einzelne Bildungsbereiche entwickelt. Neueste Entwicklungen werden in Übersichten und interaktiven Dossiers festgehalten. Im Ergebnis entsteht eine umfangreiche Wissensbasis in Gestalt u.a. von redaktionellen Dossiers und systematisch strukturierten Informationssammlungen. Um das Thema gezielt in die Breite zu tragen, werden die Angebote der Informationsstelle OER aktiv in Bereiche kommuniziert, deren OER-Aktivitäten weniger ausgeprägt sind. 

Qualifizierung von Lehrkräften fördern

Über die Förderung der Informationsstelle hinaus bringt das BMBF eine Reihe weiterer Projekte auf den Weg. In diesen sollen Personen, die mit der Fort- und Weiterbildung von Bildungspersonal betraut sind, für die Nutzung und Erstellung offener Bildungsmaterialien fit gemacht werden. Die Ergebnisse dieser Vorhaben werden unter anderem über die Informationsstelle OER der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. 

Sowohl der Aufbau der Informationsstelle OER als auch die Projekte zur Qualifizierung sind Teil des Programms "Digitale Medien in der Beruflichen Bildung".

Beispielhafte Projekte aus der Praxis

Mit dem Projekt „OERinForm“ wird die Arbeitsgemeinschaft der Medienzentren an Hochschulen, vertreten durch sechs universitäre Mitgliedseinrichtungen, ein umfassendes Beratungskonzept zum Thema OER erstellen. Auf dieser Grundlage können Mitarbeitende von Medienzentren Lehrende und Studierende bei ihrer Arbeit mit OER unterstützen. Das Beratungskonzept wird so angelegt, dass es sich nahtlos in die praktische Arbeit der Medieneinrichtungen und deren Dienstleistungen innerhalb der Hochschulen einfügen lässt. Die Medienzentren sind wichtige Akteure bei der Digitalisierung der Lehre in den Hochschulen. 

Das Projekt LOERn tritt mit dem Anspruch an, Multiplikatoren in Bayern flächendeckend zu schulen. Hierfür wird das FWU als Medieninstitut der Länder Weiterbildungen anbieten, die bayrische Lehrkräfte an Schulen fit für  OER machen. In Workshops erarbeiten Teilnehmende, wie offene Bildungsmaterialien erstellt, geteilt, genutzt und bereitgestellt werden können. 

Im Projekt OER@RLP kooperieren zentrale Bildungseinrichtungen in Rheinland-Pfalz zur Verbreitung offener Bildungsmaterialien im Land. Die Angebote für das Bildungspersonal, die im Projekt entwickelt werden, umfassen die Aspekte Information, Beratung und Kompetenzaufbau. Die Qualifizierungsmaßnahmen sind sowohl als Präsenzformate als auch als blended learning gestaltet. OER@RLP hat durch die Beteiligung zentraler Einrichtungen aus den Bereichen Weiterbildung, Schule und Hochschule in Rheinland-Pfalz einen besonderen Hebel, Wirkung und Verbreitung zu entfalten.