Wissenschaft

Der digitale Wandel verändert auch die Wissenschaft: Es entstehen neue Formen der Zusammenarbeit über die Grenzen von Ort, Zeit und Disziplinen hinweg. Digitale Informationen werden als Ressource für die Wissenschaft immer wichtiger.

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Digitale Chancen in der Wissenschaft

Thinkstock

Daten sind ein wertvoller Rohstoff der Wissenschaft. Die Zeit der Datenknappheit wurde abgelöst durch ein Zeitalter des Datenreichtums – 90% der weltweit existierenden Daten wurde in den vergangenen zwei Jahren generiert. Deswegen bedarf es eines verlässlichen Managements der Daten, einer modernen Infrastruktur und eines möglichst umfassenden Zugangs zu Forschungsergebnissen. Um das zu leisten, werden zentrale Einrichtungen wie Bibliotheken, Archive oder Sammlungen von Forschungsdaten nahtlos miteinander vernetzt. Schlüsseltechnologien, wie das Hoch- und Höchstleistungsrechnen, müssen zur Verfügung stehen, um komplexe wissenschaftliche Simulationen durchführen zu können. Aber auch zum Verarbeiten großer Datenmengen braucht es entsprechend leistungsfähige Rechenkapazitäten. Das Bundesforschungsministerium unterstützt die Wissenschaft dabei, diese Herausforderungen zu meistern. Auch international gestaltet das Ministerium die digitale Transformation der Wissenschaft, beispielsweise in Fragen der europäischen Forschungspolitik sowie bei Treffen der führenden Industriestaaten.

Ausbau des Datenmanagements

Das Management digitaler Daten in der Forschung ist die Voraussetzung dafür, dass Forschende an anderen Einrichtungen die Daten für ihre eigenen Arbeiten nachnutzen können und so weiteres Wissen für die Gesellschaft generieren – ein echter Mehrwert. Zu diesem Zweck wird im Auftrag des Bundesforschungsministeriums systematisch nach Modellen für ein funktionierendes Forschungsdatenmanagement geforscht. Das soll die internationale Anschlussfähigkeit der Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen an sich entwickelnde nationale oder europäische Initiativen sicherstellen.

Offener Zugang zu Wissen treibt wissenschaftliche Entwicklungen voran

Die Wissenschaft lebt davon, neue Erkenntnisse zu gewinnen. Ebenso wichtig ist es, diese Erkenntnisse mit anderen auszutauschen und zu veröffentlichen. Durch den freien Zugang zu Publikationen wird das wissenschaftliche Arbeiten erleichtert. Geprägt wurde hierfür der Begriff Open Access. Das Bundesforschungsministerium veröffentlichte 2016 seine Open Access-Strategie. Ein Kernpunkt darin: der Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen, aus mit öffentlichen Mitteln geförderter Forschung. Zu diesem Zweck wurden die Forschungsregularien ergänzt: Wissenschaftliche Artikel müssen frei im Internet verfügbar sein, wenn sie aus Projekten hervorgegangen sind, die das Bundesforschungsministerium gefördert hat.

Digitale Publikationen und das gedruckte Buch – kein Widerspruch

Digitale Publikationen gewinnen auch in Disziplinen an Bedeutung, in denen statt wissenschaftlicher Fachzeitschriften das gedruckte Buch der Standard zur Veröffentlichung ist. Schon heute können Bücher nach dem Open Access-Prinzip der Allgemeinheit digital zugänglich gemacht werden – zusätzlich zum gedruckten Buch. Digitale Publikationen und das Buch in Papierform schließen sich nicht aus. Sie können sich gegenseitig ergänzen und befördern.