Schul-Cloud: Referenzmodell für eine föderal einsatzfähige Schulcloud-Infrastruktur

Die Schul-Cloud ist eine Arbeits-Infrastruktur aus der Praxis für die Praxis, die den Lehrkräften neue pädagogische Freiheiten gibt und sie davon befreit, sich darüber Gedanken zu machen, wie etwas funktioniert oder gemacht werden könnte.

Schul-Cloud

Hasso-Plattner-Institut

Schulen brauchen professionelle digitale Werkzeuge und Arbeitsumgebungen, die ihnen die Arbeit erleichtern statt zu erschweren, und die pädagogisch motivierend sind. Sehr viel besser wäre es daher, gar keine Lehr- und Lernsoftware in der Schule installieren zu müssen und den Unterricht mit ein paar Mausklicks im Internet vorzubereiten. Doch solche Arbeitsumgebungen gibt es nicht am Markt. Diese Ausgangslage hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) dazu bewogen, das Projekt Schul-Cloud beim Hasso Plattner Institut (HPI) zu fördern. Die Idee der Schul-Cloud ist, IT-Experten genau die Werkzeuge entwickeln zu lassen, die Lehrkräfte und die Schülerinnen und Schüler für die Schule und das Lernen zu Hause brauchen.

Neuer Kooperationspartner für die Schul-Cloud

Auf der Bildungsmesse „didacta 2018“ in Hannover hat das HPI eine Kooperation mit der niedersächsischen Bildungscloud geschlossen - zum Vorteil für beide Seiten. Ziel des BMBF ist es, mit der Schul-Cloud ein Referenzmodell für eine föderal einsatzfähige Schulcloud-Infrastruktur zu entwickeln. Die Schul-Cloud soll ein Lernbaukasten für den digitalen Unterricht sein, daher kommt den Pilotschulen eine ganz wichtige Funktion zu: Sie erproben die Schul-Cloud im Klassenzimmer, bringen Wünsche und Anregungen ein und koppeln ihre Erfahrungen immer wieder an die Entwickler zurück. Mit den rund 50 Pilotschulen aus dem Flächenland Niedersachsen kann die Erprobung der Schul-Cloud durch Lehrer und Schüler in der Praxis nun von den MINT-EC-Gymnasien auf alle Schulformen ausgeweitet werden.

Zweites Schul-Cloud-Forum am HPI Potsdam

In der Schulpraxis sind Whiteboards und digitale Workspaces noch die Ausnahme. Sehr viel Arbeit ist nötig, um mit Computern im Klassenzimmer genau den pädagogischen Mehrwert zu erzeugen, der in diesem Werkzeug steckt. Arbeit für ausgewiesene IT-Spezialisten und nicht für Lehrkräfte. Doch immer noch müssen Lehrkräfte Schul-Software mühsam auf PCs im Klassenraum installieren. Deswegen ist es für Lehrkräfte sehr viel einfacher, mit Chemikalien zu hantieren und die Matheaufgabe mit Kreide an der Tafel zu lösen.

Wie innovative digitale Technologien die schulische Bildung bereichern können und welche Rolle die Schul-Cloud dabei spielen kann, diskutierten Expertinnen und Experten beim zweiten HPI Schul-Cloud-Forum am 01. und 02.03.2018.

Digitalisierung kann den Unterricht besser und interessanter machen

Mit den richtigen Werkzeugen könnte die Digitalisierung den Unterricht erleichtern und die Schülerinnen und Schüler aktiver einbinden: Statt dem Chemielehrer bei Experimenten zuzuschauen, arbeiten alle Schülerinnen und Schüler mit einer virtuellen Chemie-Simulation. Statt im Deutsch- oder Matheunterricht nur von der Tafel abzuschreiben, müssen alle Schülerinnen und Schüler aufpassen und mitarbeiten. Am Ende der Stunde bekommen alle das digitale Bild vom Whiteboard auf ihr Tablet und in den digitalen Workspace der Klasse. All das und viel mehr ist heute möglich – vorausgesetzt, die technische Arbeitsumgebung in der Schule stimmt.