Startschuss für digitale Nationale Bildungsplattform gefallen

Der Aufbau eines neuen digitalen Bildungsraums für Deutschland – der Nationalen Bildungsplattform – hat begonnen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) stellt für die Entwicklung und den Aufbau der Infrastruktur der neuen Meta-Plattform ein Fördervolumen von 150 Millionen Euro bereit. Förderanträge sind ab sofort möglich!

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Der Startschuss für den Aufbau einer Nationalen Bildungsplattform (NBP) – und damit einem großen Projekt zur Modernisierung der Bildung in den kommenden Jahren – ist gefallen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert mit 150 Millionen Euro die Gestaltung der NBP als Metaplattform. Das Ziel: einen individuellen und gleichzeitig übergreifenden nutzbaren digitalen Zugang zu innovativen Lehr- und Lernformaten zu schaffen.

„Die Plattform ist Kernstück eines neuen digitalen Bildungsraums für Deutschland und einer Modernisierung der Bildung insgesamt. Als Bundesregierung wollen wir damit für alle Menschen – vom Schulkind bis zum Rentner - in unserem Land den Zugang zu digital gestützten Bildungsangeboten erleichtern und damit verbessern. Die Initiative Digitale Bildung, die ich gemeinsam mit der Bundeskanzlerin gestartet habe, nimmt damit weiter Gestalt an.“, so Bundesbildungsministerin Anja Karliczek.

Bildung wird digitaler und vernetzter
Die Corona-Pandemie hat durch die erzwungene Verlagerung von Lehren und Lernen in den digitalen Raum zu einer schnellen Umstellung auf digitale Formate geführt. Daraus haben sich für Lehrende und Lernende gleichermaßen eine Vielzahl technischer, inhaltlicher und didaktischer Herausforderungen ergeben und teilweise auch den Zugang zur Bildung erschwert. Andererseits hat die Corona-Krise auch gezeigt, dass es bereits viele sehr gut funktionierende digitale Bildungsangebote gibt.
Mit der Nationalen Bildungsplattform soll eine Infrastruktur entstehen, über die eine größtmögliche Breite digital gestützter Bildungsinhalte zugänglich und vernetzt werden. Bestehende und neue digitale Bildungsplattformen sollen zu einem bundesweiten – und auch europäisch anschlussfähigen – Plattform-System verknüpft werden.

Digitale Bildungsräume für individuelles Lernen
Lernende und Lehrende und ihre individuellen Pfade durch digitale Lehr-/Lernszenarien sollen ins Zentrum gerückt werden. Angepasst an die aktuelle Lebenslage, individuell und flexibel über alle Altersstufen und Bildungsbereiche hinweg soll es ermöglicht werden, sich ungehindert durch die verschiedenen digitalen Bildungsangebote und -formen zu bewegen. „Zentrales Ziel ist es,“ erklärt Anja Karliczek, „den Lernenden individuelle Bildungspfade zu eröffnen, die nicht auf eine Bildungseinrichtung oder einen Bildungsabschnitt begrenzt sind, sondern die gesamte Bildungskarriere unterstützen.“

Lernende sollen ihre Daten selbstbestimmt verwalten, über ihre Nutzung entscheiden und Daten und Leistungsnachweise digital sicher hinterlegen und in wechselnden Lern- und Lehrkontexten darauf zugreifen können. Darum wird ein besonderes Augenmerk auf Datenschutz gelegt.

Nationale Bildungsplattform als Meta-Plattform entwickeln
Mit der Nationalen Bildungsplattform als Meta-Plattform vernetzter digitaler Bildungsangebote soll ein technisches und regulatives Ökosystem bereitgestellt werden, das einen Rahmen für eine leistungsfähige, interoperable Lehr-Lern-Infrastruktur und die darauf aufbauenden Funktionalitäten und Services schafft. Hierzu werden unter Nutzung etablierter Standards und Werkzeuge bestehende und innovative neue Angebote vernetzt. Für ein individuell passfähiges, flexibles und anschlussfähiges Lernen in der digitalen Welt.

Förderziele der Bekanntmachung
Um dies zu erreichen, fördert das BMBF im Rahmen der Initiative Digitale Bildung folgende drei Ziele: Entwicklung von bis zu vier Prototypen, Entwicklung oder Anpassung von Bildungsangeboten und Angebote von digitalen Lehr- und Lernszenarien für Lehrende.

Entwicklung von Prototypen (Ziel 3)

Es soll die Entwicklung von Prototypen für eine Nationale Bildungsplattform als Teil einer verteilten digitalen Serviceinfrastruktur, die gemeinsamen Regeln folgen, gefördert werden. Um den Zugang und die Integration der Lehr- und Lernangebote zu ermöglichen, sollen zunächst Basis-Architekturen konzipiert werden, welche die Anforderungen an Interoperabilität, Sicherheit und Transparenz gewährleisten und zum Ende der Förderphase als Prototypen oder Minimal Viable Products, zumindest aber als technical Proofs of Concepts vorliegen müssen.

Entwicklung von Bildungsangeboten (Ziel 2)

Um diese Basis-Architekturen im Rahmen eines agilen Vorgehens frühzeitig und praxisnah zu erproben und zu validieren, sollen digital gestützte Bildungsangebote, die nutzerzentriert auf die Vernetzungsfunktionen der Nationalen Bildungsplattform zurückgreifen, entwickelt oder für diesen Zweck angepasst werden. Dies können bestehende und/oder neue Curricula sowie Lehr- und Lernangebote sein, welche unter Nutzung klar definierter Prozesse und Standards mit den spezifischen Anforderungen der Nationalen Bildungsplattform kompatibel sind.

Digitale Lehr- und Lernszenarien für Lehrende (Ziel 1)

Es sollen über die Nationale Bildungsplattform Angebote für Lehrende (weiter-)entwickelt und zugänglich gemacht werden. Durch digitale Lehr- und Lernszenarien soll Methodenwissen sowie Digitalkompetenz auf Seiten von Lehrenden in allen Bildungssystemen geschaffen werden.

Bis zum Jahresende sollen die Prototypen technologische Konzepte definieren, die in der zweiten Jahreshälfte 2023 die Freischaltung einer ersten Beta-Version der Bildungsplattform ermöglichen.

Jetzt Förderung beantragen

Bis zum 26. Mai 2021 können Förderanträge für die Prototyp-Entwicklung der Bildungsplattform (Ziel 3) eingereicht werden.
Für Lehr- und Lernangebote und -szenarien (Ziel 1+2) ist die Antragseinreichung bis zum 07. Juni 2021 möglich.
Antragsberechtigt sind staatliche und nicht staatliche Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, Verbände, Vereine und sonstige Organisationen sowie Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft.
 

Informationsveranstaltungen

In mehreren Terminen werden die Inhalte der Bekanntmachung vorgestellt, Fragen beantwortet und die Plattform Easy-Online vorgestellt.