Success-Story: Die Big Five der digitalen Organisationsgestaltung

Ein gutes Beispiel für ein erfolgreiches Förderprojekt – das Buch „Digital Work Design – Die Big Five für Arbeit, Führung und Organisation im digitalen Zeitalter“ präsentiert hilfreiche Tipps für Unternehmen in der digitalen Transformation.

Digital Work Design

Vasyl Dolmatov/iStock

„Digital Work Design – Die Big Five für Arbeit, Führung und Organisation im digitalen Zeitalter“ präsentieren die Autorinnen rund um Prof. Isabell Welpe in einem Buch. Erstmals werden die fünf Erfolgsfaktoren für den Switch von der klassischen zur digitalen Organisation präsentiert. Das Buch basiert auf den Projektergebnissen aus dem Projekt „Digital Work Design – Turning Risks Into Chances“ der Förderlinie Innovations- und Technikanalyse (ITA, 2014-2017) des Bundesministeriums für Bildung und Forschung sowie dem aktuellen Forschungsstand auf diesem Gebiet.

Das Projekt untersuchte, wie die Digitalisierung die tägliche Arbeit sowie die spezifischen Aufgabengebiete von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit und ohne Leitungsfunktion verändert. Außerdem wurde untersucht, welche Chancen und Risiken damit verbunden sind. In einem zweistufigen Prozess wurden zunächst Experteninterviews geführt. Anschließend wurden 2.000 Beschäftigte mit und ohne Leitungsfunktion zu ihrem Arbeitsalltag befragt. Ausgewählte Personen führten außerdem Tagebuchstudien durch. Als Resultat identifizierten die Forscherinnen die sogenannten „Big Five des Digital Work Design“.

Überblick der BIG Five der digitalen Organisationsgestaltung

#1 – Umgang mit der VUCA Welt wird zur Kernkompetenz

VUCA ist ein Akronym für die englischen Begriffe volatility, uncertainty, complexity und ambiguity (deutsch Volatilität (Unbeständigkeit), Unsicherheit, Komplexität und Mehrdeutigkeit). Das Buch beinhaltet eine Übersicht, wie flexible Organisationen funktionieren und wie Fehler offen und für alle nützlich über digitale Tools kommuniziert werden können. Die Autorinnen plädieren beim Umgang mit VUCA für Struktur auf Prozess- und Flexibilität auf Personalebene. Für die Autorinnen muss sowohl eine Organisation als auch die Belegschaft lernen, durch digitale Tools wie Massive Open Online Courses (MOOCs) in ihrem ganz individuellen Lernprozess unterstützt zu werden.

VUCA

V - volatility (Unbeständigkeit)
U - uncertainty (Unsicherheit)
C - complexity (Komplexität)
A - ambiguity (Mehrdeutigkeit)

#2 – Keine Disruption ohne (neue Arten von) Teamarbeit

In diesem Teil stellen die Autorinnen u.a. heraus: Diversität fördert Innovation. Menschen mit unterschiedlichen demografischen Merkmalen, unterschiedlichen Werten und Herangehensweisen bringen neue Ideen schneller zusammen. Außerdem werden in diesem Kapitel Hürden für digitale Teams diskutiert und digitale Kommunikations- und Projekttools vorgestellt.

#3 – Demokratisierung von Organisationen

Dieses Kapitel steht ganz im Zeichen des Empowerments, der Übertragung von Verantwortung. Unsere Arbeit hat an Komplexität stark zugenommen. Für die Führungskräfte ist es heute zumeist unmöglich, über alles einen Überblick zu behalten. Die Autorinnen schlagen unterschiedliche Empowerment-Arten (Mitarbeiter-, Teamebene, Shared Leadership, Holokratie) als Lösung vor und fordern zugleich, Organisationen demokratischer zu gestalten.

#4 – Die Bedeutung von Beziehungen

In diesem Teil des Buches geht es um die Bedeutsamkeit von Beziehungen für die Arbeitswelt, die trotz der Algorithmisierung immer wichtig im Arbeitsalltag sein werden. Beziehungsförderliche Arbeitsgestaltung sowie individualisierte Führungskonzepte, die auf persönlicher Ebene ansetzen, sollen den Kern für gemeinschaftsorientierte Organisationskulturen bilden.

#5 – Gesundheit muss stärker in den Fokus rücken

Der Part zur Gesundheit prangert vor allem die ständige Erreichbarkeit für Kunden, Kolleginnen und Kollegen sowie für Führungskräfte an. Es werden Strategien der Erholung am Arbeitsplatz (Microbreaks) ebenso wie außerhalb von diesem vorgestellt. Laut den Autorinnen sollten Vorgesetzte stets mit gutem Beispiel vorangehen und achtsam mit sich und ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern umgehen. Organisationen sollten in diesem Zusammenhang Hilfe zur Selbsthilfe leisten.

Das Buch beinhaltet stets illustrative Beispiele zur Transformation von erfolgreichen (digitalen) Unternehmen. Jedes Kapitel enthält Empfehlungen für Mitarbeitende, Führungskräfte und Organisationen. Führungskräfte erhalten außerdem einen Selbstdiagnose-Check für die Praxis und einen 10-Punkte-Plan, um ihren Standpunkt in Bezug auf die Digitalisierung zu überprüfen.