Vernetzungsveranstaltung zu Qualitätsstandards von Forschungsdaten

Im fachlichen Austausch zu Kurationskriterien und Qualitätsstandards von Forschungsdaten diskutierten die geförderten Projekte über Gemeinsamkeiten, Unterschiede und Herausforderungen auf der Vernetzungsveranstaltung des BMBF vom 26. September 2019.

World Café

VDI/VDE-IT/Nele Hellbernd

Am 26. September 2019 richtete das Bundesforschungsministerium eine Vernetzungsveranstaltung zur Förderbekanntmachung zu Kurationskriterien und Forschungsdaten aus. Rund 40 Teilnehmende aus über 30 Einrichtungen der 12 geförderten Projekte nutzten die Möglichkeit zum Austausch rund um das Thema Qualitätsstandards von Forschungsdaten. Mit einem Impulsvortrag zur „Datenqualität als Herausforderung“ brachte Frau Prof. Dr. Fless, Präsidentin des Deutschen Archäologischen Instituts und Mitglied des Rats für Informationsinfrastrukturen, weitere fachliche Expertise und Diskussionsanregungen ein.

Über die Wichtigkeit, Forschungsdaten zu kuratieren und qualitätssichernde Maßnahmen zu implementieren, waren sich auf der Veranstaltung alle Teilnehmenden einig: Dies sei grundlegend für eine Nachnutzung der Daten innerhalb desselben Fachbereichs genauso wie über disziplinäre Grenzen hinweg. Aber auch darüber hinaus zur Schaffung eines wirtschaftlichen oder gesellschaftlichen Mehrwerts sowie für die Reproduzierbarkeit von Forschung bedarf es gut kuratierter und qualitätsgesicherter Forschungsdaten. Worin aber liegt eigentlich der Unterschied zwischen Qualität von Forschung und Qualität von Daten, die Produkte der Forschung sind? Und gibt es überhaupt „gute Daten“? Zu diesen und vielen weiteren Fragen diskutierten die Teilnehmenden im Plenum und an mehreren Thementischen im Format des World Cafés. Dabei standen der inhaltliche Austausch und die Vernetzung unter den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern im Vordergrund.

Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Fachbereiche
In den Vorträgen und Diskussionsrunden wurde deutlich, wie unterschiedlich die Entwicklung von Qualitätsstandards in den verschiedenen Fachbereichen ist und wie verschieden auch die Herausforderungen sind. Während in der Psychologie vergleichsweise wenig standardisierte Methoden zur Erfassung von Daten wie etwa zu Gefühlszuständen genutzt werden, werden in der Klimafolgenforschung bereits Anknüpfungen zu anderen Disziplinen gesucht und beispielsweise der Frage nachgegangen, wie sich die Modelle zu Klimasimulationen in der Wirtschaftswissenschaft einordnen lassen.

Bei allen Unterschieden zeigten sich auch einige Gemeinsamkeiten. So wurde etwa deutlich, dass in den Projekten die Relevanz erkannt ist, die wissenschaftlichen Communities in den gesamten Lebenszyklus von Forschungsdaten einzubeziehen. Gleichzeitig stellt diese Einbindung noch eine Herausforderung in vielen Fachbereichen dar.

Diskussionsrunde

VDI/VDE-IT/Nele Hellbernd

Die wissenschaftlichen Communities sind Treiber der Entwicklungen
Die Einbindung der jeweiligen Forschungscommunities und die Verankerung von Qualitätsstandards im Forschungsumfeld der Projekte war auch ein Ziel der Förderbekanntmachung des Bundesforschungsministeriums, wie Herr Dr. Linkens, Leiter des Referats Forschungsdaten des BMBF, auf der Veranstaltung noch einmal betonte. Durch den Bund und die Länder, aber auch auf europäischer Ebene würden derzeit wichtige Rahmenbedingungen geschaffen und Weichen gestellt. Treiber der Entwicklung müssten aber die wissenschaftlichen Communities selbst sein – darin waren sich Dr. Linkens und die Expertin Prof. Dr. Fless einig.

Kontinuierlicher Austausch bleibt wichtig
Einigkeit bestand unter den Teilnehmenden am Ende des Tages außerdem darin: der interdisziplinäre Erfahrungsaustausch zwischen den Projekten bleibt auch in Zukunft wichtig – zum Austausch von Good-Practice-Beispielen, aber auch von Misserfolgen, um voneinander zu lernen. Oder wie ein Teilnehmer es formulierte: Nur im Austausch miteinander ergebe sich die Möglichkeit, die Ansätze des eigenen Fachbereichs mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern anderer Disziplinen zu reflektieren – eine wichtige Voraussetzung für die spätere interdisziplinäre Nachnutzung.