Wettbewerb um Herz- und Kopfsprünge

Der Pilotwettbewerb der Agentur für Sprunginnovationen „Energieeffizientes KI-System“ ist gestartet. Innerhalb eines Jahres sollen im Auftrag des BMBF die entsprechenden Mikrochips entwickelt und getestet werden. Vorbild und Maßstab ist der Mensch.

Entwicklungsingenieur in einem sterilen Overall halt ein Mikrochip in der Hand
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Im vergangenen September hat die Agentur für Sprunginnovationen, kurz SprinD, im Auftrag der Bundesregierung in Leipzig ihre Arbeit aufgenommen. Ihr Ziel ist es, in kurzer Zeit hochinnovative Ideen in spitzentechnologische Produkte zu überführen. Der Pilotwettbewerb um Sprunginnovationen im Bereich „Energieeffizientes KI-System“ ist jetzt gestartet. KI, also Künstliche Intelligenz, ist einer der wichtigsten Innovationstreiber der Digitalisierung.

Gehirn als Vorbild

Achtzehn Hochschulen und Forschungseinrichtungen sind in Zusammenarbeit mit der Industrie im SprinD-Pilotwettbewerb angetreten. Insgesamt setzen sich elf parallel laufende Forschungsvorhaben das Ziel, für einen umfassenden KI-Einsatz den Energieverbrauch mikroelektronischer Systeme zu senken. „Über die Projekte ‚Energieeffizientes KI-System‘ wollen wir herausfinden, welche Forschergruppe bei der vorgegebenen Aufgabe das KI-System mit dem geringsten Energieverbrauch schafft“, sagte der Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Prof. Dr. Wolf-Dieter Lukas, bei der Vorstellung des Pilotvorhabens Anfang November.

Die Projektförderphase dauert nur ein Jahr. In dieser Zeit muss ein hoch effizienter Mikroelektronikchip sowohl entwickelt als auch erprobt werden. Der Chip soll nicht nur weniger Energie verbrauchen, sondern muss als Prozessor auch leistungsfähig genug sein für anspruchsvolle Algorithmen künstlicher Intelligenz. Als Vorbild dient das menschliche Gehirn. „Unser Gehirn braucht für Analyseaufgaben vergleichbarer Größenordnung nämlich weniger Energie, arbeitet also wesentlich  energieeffizienter. Das zeigt uns, wieviel besser es geht“, so Staatssekretär Prof. Dr. Wolf-Dieter Lukas.

Herz als Maßstab

Den Maßstab für die Energie- und Recheneffizienz des Mikrochips gibt das menschliche Herz vor. So muss der KI-Chip mit einer Genauigkeit von mindestens 90 Prozent ein Vorhofflimmern erkennen und den Vorfall in annähernder Echtzeit als solchen auch korrekt bestimmen können. Gewinner des Wettbewerbs werden die drei Sprunginnovationsvorhaben mit den effizientesten KI-Mikrochips sein.          

Neben dem Pilotwettbewerb „Energieeffizientes KI-System“ sind im Auftrag des BMBF ebenfalls die Wettbewerbe um Sprunginnovationen in den Bereichen „Weltspeicher“ und „Organersatz aus dem Labor“ an den Start gegangen.