GeP
Die Fähigkeit Probleme zu lösen ist unbestreitbar ein wichtiger Teil einer MINT-Bildung. Das Projekt erfasst den Stand der Forschung zum Problemlösen im Chemie- und Physikunterricht, wertet diesen theoriegeleitet aus und identifiziert Gelingensbedingungen unter der Prämisse einer praxisorientierten Implementation in Bildungsprozesse.
So unumstritten die Bedeutung der Fähigkeit des Problemlösens selbst ist, so undurchsichtig ist das Feld der Problemlöseforschung und deren Erkenntnisse insbesondere aus der Sicht der Akteurinnen und Akteure in der Praxis. So haben beispielsweise Worked-out-Examples ihre Lernwirksamkeit in vielen Domänen unter Beweis gestellt; einen systematisch, breiten Einsatz in den schulischen MINT-Fächer gibt es allerdings nicht. Neuere Ansätze wie der des Productive Failure sind im heutigen MINT-Unterricht (noch) fast unbekannt. Insgesamt liegt mit der Problemlöseforschung ein facetten-reicher und aktueller Gegenstandsbereich mit hoher Relevanz für die MINT-Bildung vor, dessen theoriegeleitete und evidenzbasierte Erkenntnisse aus der Forschung in Deutschland bislang kaum eine systematische Einbindung in schulische Bildungsprozesse gefunden haben.
Wie eine solche Einbindung erfolgsversprechend gestaltet werden kann, untersucht das Projektvorhaben durch die systematische Aufarbeitung des internationalen Forschungsstandes zum Problemlösen mit Hilfe eines systematischen Reviews. Insbesondere gilt es, Gelingensbedingungen zu identifizieren, mit der die Kompetenz des Problemlösens in schulischen Bildungsprozessen effektiv gefördert werden kann.
Die Forschungsfragen des Projekts sind:
- Inwieweit hat sich das Problemlösen im Chemie- und Physikunterricht im Zuge veränderter Ansprüche an naturwissenschaftliche Bildung gewandelt?
- Wie positionieren sich die identifizierten Problemlösestrategien in Chemie und Physik im Bandbreite-Genauigkeits-Spektrum?
- Lassen sich verallgemeinerbare Ansätze effektiven Problemlösens im Chemie- und Physikunterricht identifizieren, die als Gelingensindikatoren in ein MINT-förderliches Bildungsumfeld transferiert werden können?
Die Projektergebnisse werden wissenschaftlich veröffentlicht (Open Access), um den aktuellen Stand der Forschung systematisch darzustellen und weitere Forschungsbemühungen anzuregen. Zudem werden sie in die Unterrichtspraxis durch Angebote für Lehrkräfte transferiert. Die Projektergebnisse werden weiterhin in der universitären Lehrkräfteausbildung verwendet, um dort nachhaltig und multiplikativ eine Wirksamkeit zu entfalten. Zudem ist vorgesehen, die Verbreitungswege von MINTvernetzt zu nutzen.